Atomprogramm: Obama verschärft Sanktionen gegen Iran

Atomprogramm
Obama verschärft Sanktionen gegen Iran

US-Präsident Barack Obama sieht den Nahen Osten trotz der Drohungen aus Israel nicht am Rande eines Krieges. Im Konflikt um das iranische Atomprogramm setzt Obama auf Diplomatie - und Sanktionen.
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Washington/Tel AvivUS-Präsident Barack Obama hat im Atomstreit mit dem Iran die Sanktionen gegen Teheran noch einmal verschärft. Er verfügte die Blockade von Eigentum und Vermögenswerten der iranischen Regierung und Zentralbank in den USA, wie das Weiße Haus am Montag mitteilte. Betroffen seien auch alle iranischen Finanzinstitutionen.

Zuvor hatte er die Gefahren eines Angriffs Israels auf iranische Atomanlagen herunter geredet. „Ich glaube nicht, dass Israel eine Entscheidung getroffen hat“, sagte Obama am Sonntag (Ortszeit) in einem Interview des US-Fernsehsenders NBC. Bis sich Teheran aber von seinem Atomprogramm abwende, „wird Israel sehr besorgt sein, wie wir auch“.

Israels Staatspräsident Schimon Peres sagte am Montag, das iranische Regime habe „keinerlei positive Botschaft, sondern nur eine Botschaft des Todes und der Zerstörung“. Peres sagte nach Angaben seines Büros zudem: „Sie haben keine Zukunft und wir werden im Kampf gegen sie siegen.“ US-Verteidigungsminister Leon Panetta geht nach einem Bericht der „Washington Post“ von einer „starken Wahrscheinlichkeit“ aus, dass Israel den Iran im April, Mai oder Juni angreift. Damit wolle Israel verhindern, dass der Iran Atomwaffen fertigstelle und für israelische Angriffe unerreichbare unterirdische Uranlager anlege.

Diplomatie sei immer noch die „bevorzugte Lösung“ des Atomstreits mit dem Iran, betonte Obama in dem NBC-Interview. „Wir werden sicherstellen, dass wir (die USA und Israel) im Gleichschritt vorgehen und eine Lösung finden, hoffentlich auf diplomatische Weise.“ Es müsse verhindert werden, dass es zu einem nuklearen Rüstungswettlauf in einer instabilen Weltregion komme. Er wiederholte jedoch die Haltung der US-Regierung, wonach weiterhin keine Option vom Tisch sei.

Obama zeigte sich überzeugt, dass der internationale Druck auf den Iran wirke. Die Regierung in Teheran müsse lediglich glaubhaft darlegen, dass sie eine friedliche Nutzung der Atomkraft anstrebe und keine militärische.

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Experte: Iran für Israel nicht gefährlich

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  • Die Israelis übernehmen sich diesmal, ebenso die Amerikaner. Die sogenannte westlich zivilisierte Welt wird sich auf ein militärisches Abenteuer ungeahnten Ausmaßes einlassen, mit leider sehr absehbaren unangenehmen Konsequenzen für die ganze Welt. Und, das Ganze geht so: Die Israelis werden noch lange vor April, zwischen 20.02.12 und 10.03.12, Kampfflugzeuge gen iranische Atomanlagen starten. Über Saudi-Arabien werden sie ihre Bomber versuchen aufzutanken. Die meisten von ihnen werden schon dort von den Iranern abgeschossen werden und die restlichen, die den Iran erreichen, werden keinen nennenswerten Schaden anrichten, hinsichtlich des Atomprogrammes oder der militärischen Stärke des Irans. Zwar ist dieser ein militärischer Zwerg, aber stark genug gegen Israel existenzielle Vergeltungsschläge auszuführen, was dann auch passieren wird, ebenso gegen amerikanische Einrichtungen im Umkreis von 2000 – 3000 Kilometern. Der geneigte Leser mag sich hierzu über das umfangreiche Raketenarsenal des Irans informieren. In diesem dann stattgefundenen ersten Teil eines militärischen Schlagabtausches wird die Straße von Hormoz für Öllieferungen Richtung westlich zivilisierter Welt von den Iranern gesperrt werden. Die Amerikaner werden im weiteren Verlauf der militärischen Auseinandersetzungen kleinere taktisch-atomare Sprengköpfe gegen den Iran einsetzen, auch auf Teheran. Dies wird deshalb passieren, weil die Amerikaner derzeit konventionell militärisch nicht in der Lage sind den Iran zu unterwerfen. Dies wird Russen und Chinesen auf den Plan rufen. Amerikanische Flugzeugträger werden zerstört werden, amerikanische Truppen im arabischen Raum werden eliminiert, Taktisch-atomare Sprengköpfe werden gegen Russland und China eingesetzt. Als Antwort werden atomare Vergeltungsschläge gegen die USA und Europa geführt. Ein weltweiter thermonuklearer Krieg wird stattfinden.

    Gruß

  • "Ich bin mir der Verantwortung bewusst“
    Jetzt ist es offiziell: General Amir Eshel wurde zum neuen Oberst der Luftwaffe (IAF: Israeli Air Force) ernannt. Er wird Maj. Gen. Ido Nachushtan, nach vierjähriger Amtszeit, ab Mai 2012 ablösen. Kolumnisten der Tageszeitungen und Ex-Kommandeure loben diesen Wechsel und sagen, er sei der richtige Mann zur richtigen Zeit. Besonders in Zeiten des Terrorismus und der Volkserhebung von Israels Feinden im Nahen Osten. Der 52-jährige Eschel kommt aus Jaffo und ist Pilot von Kampfjets wie Skyhawk, F-16, F-15 und von Kampfhubschraubern wie Apache und Cobra. Schon etwa 5.500 Flugstunden hat er auf seinem Konto. Eshel ist ein Anführertyp und bekannt dafür, Pläne durchzusetzen. Er war es auch, der 2003 das Geschwader der israelischen Luftwaffe über dem KZ Auschwitz angeführt hat. Im Falle eines Luftangriffs auf den Iran, wäre er derjenige, der ihn anführen würde. Eshel betonte in seiner Rede, dass vor ihm schwerwiegende Aufgaben und Entscheidungen stehen und er sich diesen Herausforderungen bewusst sei. Auf seiner Agenda stehe zuallerst der Konflikt mit dem Iran und die Bewahrung von Israels militärischem und strategischem Vorteil im Nahen Osten. Auch soll eine Lösung für Raketen, die die Lufthoheit der israelischen Luftwaffe bedrohen, gefunden werden. Außerdem soll die Luftwaffe mit neuesten Flugzeugen wie dem F-35-Tarnbomber und Drohnen ausgerüstet werden. Und nicht zuletzt soll das aktive Schutzsystem Israels, wie die Chetz-Arrow-Raketen (dt. Pfeil-Raketen) und das Iron Dome-Raketenabwehrsystem, gestärkt werden.

  • "Die USA Warnen Israel auch vor Abenteuern"
    US-Präsident Barack Obama sowie Panetta versuchten seit längerem, Israel von einem Angriff abzuhalten, heißt es. Washington sei der Ansicht, ein Angriff werde die Sanktionspläne gefährden. Die USA gehen davon aus, dass die verschärften Sanktionen der internationalen Gemeinschaft das Regime in Teheran zunehmend unter Druck setzen.

    Angeblich hatte bereits US-Präsident George W. Bush Israel von einem Angriff abgehalten. Israel hätte damit bewusst einen atomaren Holocaust in Kauf genommen).


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