Atomprogramm
Russland beschwichtigt im Streit zwischen Iran und Atombehörde

Nach den gescheiterten Gesprächen zwischen der Internationalen Atomenergiebehörde und dem Iran hat Russland zum Dialog gemahnt. Der russische Vize-Außenminister warnte Israel und die USA vor einem Militärschlag.

WienRussland hat vor überstürzten Schlüssen angesichts der gescheiterten Gespräche zwischen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und dem Iran gewarnt. Die Organisation solle zudem den Dialog mit Teheran nicht abbrechen, sagte am Mittwoch der stellvertretende Außenminister Gennjadi Gatilow.

Die IAEA hatte die zweite diplomatische Mission im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm zuvor für gescheitert erklärt. Die Organisation gab außerdem an, es seien bisher keine weiteren Gespräche für diesen Monat geplant. Der Iran erklärte, er halte an seinem Atomprogramm fest.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte, die iranische Verweigerungshaltung zeige, dass die Verschärfung der EU-Sanktionen richtig gewesen sei. „Es sollte Anlass sein auch für andere, sich an den Sanktionen zu beteiligen.“

Der Iran wird verdächtigt, Kernwaffen zu entwickeln. Die islamische Republik bestreitet dies und hat erklärt, ihr Atomprogramm diene rein zivilen Zielen. In dem seit Jahren anhaltenden Streit haben sich die Spannungen zuletzt deutlich verschärft.

Die Europäische Union hat ein Importverbot für iranisches Erdöl ab Sommer verhängt. Der Iran hat seinerseits damit gedroht, die Straße von Hormus zu blockieren, eine der weltweit wichtigsten Handelswege. Die US-Marine ist mit einem Verband in der Region und hat ankündigt, die Wasserstraße offen zu halten. Israel und die USA haben auch einen Militärschlag nicht ausgeschlossen, um den Iran am Bau einer Atomwaffe zu hindern.

Vor einem solchen Angriff hat Russland noch einmal eindringlich gewarnt. Jedes derartige Szenario wäre „katastrophal für die Region und für das ganze System der internationalen Beziehungen“, sagte Vize-Außenminister Gennadi Gatilow. Er hoffe, dass Israel sich aller Folgen eines solchen Einsatzes bewusst sei. „Sie sollten auch bedenken, welche Konsequenzen für sie selbst ein solches Vorgehen hätte.“

Agentur
dapd 
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Reuters 
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