Atomschlag-Provokation: EU droht mit weiteren Sanktionen gegen Nordkorea

Atomschlag-Provokation
EU droht mit weiteren Sanktionen gegen Nordkorea

Nordkorea bringt die Welt gegen sich auf: Deutschland kündigt weitere Sanktionen der EU an – und selbst dem großen Verbündeten China gehen die Drohgebärden deutlich zu weit. Experten sehen aber keine akute Kriegsgefahr.
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Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat Nordkoreas Aufkündigung des Nichtangriffspakts mit Südkorea "in aller Schärfe" verurteilt. "Die Kriegsrhetorik in Nordkorea muss ein Ende haben", sagte Westerwelle am Freitag in Berlin. Das Land müsse "seine Raketen- und seine Atomtests umgehend einstellen". Die Außenminister der Europäischen Union hätten nun am Montag bei einem Treffen in Brüssel darüber zu beraten, "ob wir über die Sanktionen der Vereinten Nationen hinaus weitere europäisch Maßnahmen gegen Nordkorea ergreifen müssen".

Es gehe darum, "dass der Druck auf das Regime in Nordkorea nicht nachlässt", sagte Westerwelle. Der UN-Sicherheitsrat habe mit seinen "neuen Sanktionen gegen Nordkorea eine unmissverständliche Botschaft gesendet." Die internationale Gemeinschaft werde "die von Pjöngjang verfolgte Politik der nuklearen Erpressung nicht hinnehmen", sagte Westerwelle.

Auch Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich „sehr besorgt“. Die Staatengemeinschaft werde sich davon aber nicht unter Druck setzen lassen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Die Rechnung geht nicht auf, dass die Welt sich von Kriegsdrohungen beeindrucken lässt.“ Dies habe auch der UN-Sicherheitsrat mit seinen jüngsten Sanktionsbeschlüssen klar gestellt.

Seibert betonte, dass die Staatengemeinschaft trotz der jüngsten Eskalation weiterhin gesprächsbereit sei. „Sollte sich das nordkoreanische Regime entschließen, dass es seine Verantwortung gegenüber der eigenen Bevölkerung und der Welt wahrnehmen will, muss es nur die ausgestreckte Hand ergreifen.“ Zugleich appellierte er an Nordkorea, die „technischen Kommunikationsmöglichkeiten“ wieder herzustellen. Pjöngjang hatte angekündigt, auch den „Heißen Draht“ nach Seoul zu kappen, einen Verbindungskanal im Grenzort Panmunjom.

Auch China, der einzige Verbündete Nordkoreas, verliert langsam die Geduld mit seinem Partnerland. "China ruft alle beteiligten Seiten auf, Ruhe zu bewahren und Zurückhaltung zu üben", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking.

"Alle Handlungen, die weitere Spannungen bewirken könnten", müssten vermieden werden. China sei angesichts der Entwicklung "besorgt", sagte die Sprecherin.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Donnerstag drei Wochen nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomwaffentest die Sanktionen gegen das Land verschärft. Zuvor hatte die Führung in Pjöngjang mit einem atomaren Erstschlag gegen die USA gedroht und nun auch den Nichtangriffspakt mit Südkorea aufgekündigt.

Alle Übereinkommen über einen Waffenstillstand zwischen Nord- und Südkorea seien aufgehoben, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA das staatliche „Komitee zur friedlichen Wiedervereinigung Koreas“. Auch das Rote Telefon als ständige Verbindung zum Süden werde mit sofortiger Wirkung gekappt.

Experten sehen trotz der martialischen Ankündigungen Nordkoreas keine akute Kriegsgefahr. „Im Grunde genommen ist es eine rein rhetorische Provokation eines doch sehr unsicheren und verarmten Landes, das versucht, die internationale Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen“, sagte die Asien-Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik, Alexandra Sakaki, im Interview mit Handelsblatt Online.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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  • egal wie groß das Land ist, es hat gute funktionierende Waffen (googlet mal),zudem haben sie einen Satelliten im All der alles elektronische lahm legen kann.Tolle Aussichten für Weltwirtschaft.Ein Krieg mit Nuklearwaffen läßt einige Landstriche verseuchen.Wer hat also gewonnen??

  • Gab es das nicht schon mal das behauptet wurde (bei BinLaden), es wäre nur Säbel rassel? Und hat er nicht das Gegenteil bewiesen?Man sollte, egal wie groß ein Gegner ist, diesen nicht unterschätzen,durch Hunger und Elend ist das Volk zu allem bereit.Ich hoffe das es zu dem allen nicht kommt.Glaube aber nicht daran.


  • NICHT JEDER KANN und SOLL VERSTEHEN ? ! !! " DIE " und DIE , mir WICHTIG , VERSTEHEN SCHON , weil KÖNNEN UND WISSEN und wenn die verstehen würden , würden BLUTFLIESEN LASSEN und DARAN WILL NICHT SCHULD HABEN , weil die denken NUN WAS WISSEN , WAS ABER OHNE VERSTAND NUR KOPIERT HABEN und ihre PRÄGUNG DANN DURCHSCHALTET AUF RECHT HABEN JA DANN ZU TÖTEN .
    DA BLEIBE LIEBER UNVERSTANDEN und las mich BESCHMIESSEN MIT andren ihre DUMMHEIT !! VERSTEHE DOCH , ich !!!!

    Lieber Allah, das Elend stinkt nach Arsch!
    Saphia Azzeddine

    ATHEIST SICH Gott
    SOUVERÄN
    Frank Frädrich WILL AUCH WAHRHEITEN WISSEN WELCHE NURNOCH 4 IM ZUSAMMENHANG WISSEN

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