Atomstreit
Ajatollah Chamenei lehnt Gespräche mit USA ab

Das geistliche Oberhaupt des Iran hat im Atomkonflikt direkte Gespräche mit den USA abgelehnt.

HB TEHERAN. Die von der US-Regierung angebotenen Verhandlungen nutzten der Islamischen Republik nichts und seien daher nicht in iranischem Interesse, sagte Ajatollah Ali Chamenei am Dienstag einem Bericht des staatlichen Fernsehens zufolge. Die USA erklärten, sie gingen nicht davon aus, dass dies das letzte Wort des Iran zu dem Angebot sei. Die Äußerungen Chameneis seien nicht eindeutig, sagte US-Präsidialamtssprecher Tony Snow.

Chamenei hat im schiitischen Gottesstaat des Iran das letzte Wort in allen Fragen und steht damit noch über Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Er äußerte sich zugleich aber grundsätzlich positiv über Verhandlungen zur Lösung des Streits um das Atomprogramm des Landes. Die Basis dafür sei gelegt, sagte er. „Mit Amerika zu verhandeln erbringt keine Vorteile für uns und wir brauchen solche Verhandlungen nicht“, sagte Chamenei. Dem fügte er aber hinzu: „Wir werden mit niemandem über unser Recht verhandeln, die Atomtechnologie zu beherrschen und zu nutzen. Wenn dieses Recht anerkannt wird, sind wir bereit über internationale Kontrollen, eine Aufsicht und Garantien zu reden, und die Basis für solche Verhandlungen ist gelegt.“

Der Iran prüft derzeit ein Maßnahmenpaket der internationalen Gemeinschaft, auf dessen Basis der Atomkonflikt gelöst werden soll. Das Land steht im Verdacht an Atomwaffen zu arbeiten, hat dies aber immer zurückgewiesen.

Die USA haben das Recht des Iran auf eine zivile Nutzung der Atomtechnik ausdrücklich anerkannt und Ende Mai in einer diplomatischen Kehrtwende angeboten, sich direkt an internationalen Verhandlungen über den Atomkonflikt zu beteiligen. Der Iran versteht sich als Erzfeind der USA. Viele Experten und europäische Regierungen haben die USA zu dem Schritt in der Hoffnung gedrängt, es gebe den Gesprächsangeboten der internationalen Gemeinschaft ein größeres Gewicht und fördere eine diplomatische Lösung.

Der Iran pocht in dem Konflikt auch auf das Recht, eine Urananreicherung zu betreiben. Diese Technik kann für Atomwaffen genutzt werden und hat daher den Verdacht des UN-Sicherheitsrats bestärkt, das Land wolle sich diese Massenvernichtungswaffe heimlich beschaffen. Als Voraussetzung für Gespräche fordern die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats eine Aussetzung der Urananreicherung. Der Iran lehnt dies bislang ab.

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