Atomstreit
Bericht: USA warnen Israel vor Angriff auf Iran

Israel und die USA sind enge Verbündete. Auch im Atomkonflikt um den Iran sprachen beide Länder bislang mit einer Stimme. Nun allerdings gibt es einem Medienbericht zufolge Unstimmigkeiten. Israel will mehr Waffen, um für einen militärischen Konflikt mit Teheran gerüstet zu sein. Doch die Amerikaner lehnen offenbar ab.

HB JERUSALEM. Die USA haben Israel einem Zeitungsbericht zufolge vor einem Angriff auf den Iran gewarnt und eine Bitte der Regierung in Jerusalem um weitere Waffen abgelehnt. Die Zeitung "Haaretz" berichtete, zur Begründung habe es geheißen, ein israelischer Angriff gegen Teheran würde amerikanischen Interessen schaden. Washington habe außerdem gefordert, vor einem solchen Schritt informiert zu werden, berichtete das Blatt ohne Angabe einer Quelle.

Israel vermutet, dass der Iran nach Atomwaffen strebt. Sowohl Israel als auch die USA haben in dem Konflikt auch einen Militäreinsatz nicht ausgeschlossen.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak wollte sich zu dem Bericht nicht äußern, dementierte ihn aber auch nicht. Die USA „halten eine Aktion gegen den Iran derzeit nicht für angebracht“, sagte er im israelischen Armee-Radio. Sie teilten aber die Haltung Israels, dass in dem Atomstreit mit dem Iran keine Option verworfen werden dürfe. Um welche militärische Ausrüstung Israel die USA angeblich gebeten hat, blieb unklar. In dem Bericht hieß es, die USA hätten aber eine Verbesserung der israelischen Raketenabwehr angeboten.

"Haaretz" zufolge hatten einige höhere Regierungsmitglieder gehofft, US-Präsident George W. Bush könnte vor Ende seiner Amtszeit noch einen Angriff auf die iranischen Nuklearanlagen anorden. Doch Washington setzt zurzeit auf Sanktionen. Die USA verhängten am Mittwoch Sanktionen gegen fünf iranische Unternehmen. Jegliche Guthaben der Firmen würden eingefroren und amerikanische Bürger oder Unternehmen dürften keine Geschäfte mehr mit ihnen machen, kündigte das Finanzministerium am Dienstag in Washington an. Die Firmen stehen im Verdacht, dem Iran beim Ausbau seines Atomprogramms zu helfen.

Die fünf Unternehmen sind das Nuklearforschungszentrum für Landwirtschaft und Medizin, das Produktions- und Forschungszentrum für nuklearen Brennstoff Isfahan, Dschabber Ibn Hajan und die Industriegruppe Dschosa.

Zudem berät die Sechser-Gruppe über eine weitere Sanktionsrunde des Sicherheitsrats. Angesichts der Skepsis Russlands erwägen die USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien einem britischen Diplomaten zufolge auch eigene Sanktionen, die über die Uno-Strafmaßnahmen hinausgehen würden.

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