Atomstreit: Iran droht mit der Ölwaffe

Atomstreit
Iran droht mit der Ölwaffe

Im Atomkonflikt mit dem Westen hat die iranische Regierung vor möglichen Ölpreiserhöhungen gewarnt. Das Außenministerium verkündete zudem, es werde eine wissenschaftliche Konferenz über das Ausmaß des Holocaust veranstalten.

HB TEHERAN. Der iranische Finanzminister Dawud Danesch-Dschafari sagte am Sonntag, Sanktionen gegen sein Land könnten zu einer internationalen Ölkrise führen. Iran sei in einer strategisch wichtigen Region gelegen. Jede Störung seines politischen und wirtschaftlichen Gleichgewichts könnten eine Krise in der Region auslösen, sagte der Minister. Dies würde die Ölpreise drastisch in die Höhe treiben.

Danesch-Dschafari erklärte, er bezweifle, dass der Westen Sanktionen gegen das Land verhängen werde, da er sich damit selbst mehr Schaden zufüge. Die Drohungen der Europäer und Amerikaner im Atomkonflikt seien deshalb vor allem ein „PR-Trick“. Er betonte, die Iraner ließen sich nicht von ihrem Recht auf die friedliche Atomnutzung abbringen. Der Westen befürchtet, dass Iran unter dem Deckmantel einer friedlichen Atomforschung am Bau einer Atombombe arbeitet.

Zu der geplanten Holocaust-Tagung sagte ein Sprecher des Außenministeriums: „Das iranische Außenministerium hat sich entschieden, eine Konferenz über den Holocaust abzuhalten, um dessen Ausmaß wissenschaftlich zu bewerten und seine Konsequenzen zu diskutieren. Dies ist eine seltsame Welt ... Es ist möglich, alles zu diskutieren bis auf den Holocaust“. Es gebe unbeantwortete Fragen zum Völkermord, auf die die Europäer Antworten geben sollten.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte den Völkermord an den Juden kürzlich als „Mythos“ bezeichnet. Zudem hatte er vorgeschlagen, den Staat Israel nach Nordamerika oder Europa zu verlegen. Im Oktober hatte er den jüdischen Staat als Tumor bezeichnet, der von der Landkarte verschwinden müsse. Experten gehen davon aus, dass Ahmadinedschads Angriffe auf Israel innenpolitisch sein Ansehen stärken und dem Iran außenpolitisch mehr Gehör verschaffen.

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