Atomstreit
Iran hat zweite Anlage zur Urananreicherung

Neue Wendung im Atomstreit mit Iran: Wenige Tage vor den geplanten Atomgesprächen der Weltgemeinschaft mit dem Iran hat Teheran den Bau einer bislang unbekannten Urananreicherungsanlage zugegeben. Bislang war nur bekannt, dass Iran nur eine Anlage betreibt.

HB WIEN. Die Atomgespräche sollen am 1. Oktober in der Schweiz beginnen. Der iranische Chefunterhändler, Said Dschalili, erwartet laut einem Bericht des „Spiegels“ Konzessionen der USA und Europas. „Jetzt ist der Westen am Zug“, wurde er zitiert.

Die Angaben zu einer zweiten Anlage waren in einem Brief vom Montag an die internationale Atomenergiebehörde IAEA enthalten, wie Diplomaten am Freitag bestätigten. In dem Schreiben habe es aber weder Angaben zur Lage der Anlage gegeben noch dazu, wie weit das Projekt bereits fortgeschritten sei, hieß es. Eine namentlich nicht genannte Quelle bestätigte der iranischen Nachrichtenagentur ISNA die Angaben und sagte, die Anlage sei ähnlich wie die in Natans.

In der Schweiz kommen am Donnerstag nächster Woche Vertreter des Irans und der fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrats plus Deutschland zusammen, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Auf das Thema Urananreicherung will Dschalili bei den Atomgesprächen aber nicht eingehen. „Wir werden dieses Recht niemals aufgeben.“ Verschärfte Sanktionen fürchte seine Regierung nicht.

Teheran beharrt darauf, dass es Uran ausschließlich für zivile Zwecke wie zur Energiegewinnung nutzen will. Experten fürchten, dass der Iran mit dem angereicherten Uran Atomwaffen bauen könnte.

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