Atomstreit: Iran räumt offenbar Devisenkonten ab

Atomstreit
Iran räumt offenbar Devisenkonten ab

Aus Sorge vor möglichen Sanktionen wegen des Atomprogramms soll die iranische Führung milliardenschwere Devisenkonten in Europa auslösen. Frankreich wirbt unterdessen in Russland dafür, den UN-Sicherheitsrat einzuschalten.

HB TEHERAN. Die arabische Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ berichtet am Donnerstag unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Zentralbank in Teheran, es würden Konten ausgelöst, auf denen etwa acht Milliarden Dollar geparkt seien. Die Zentralbank habe den Auftrag erhalten, die staatlichen Gelder von europäischen Geldinstituten zu Banken in Hongkong, Singapur, Schanghai und Malaysia zu transferieren. Man wolle den Europäern keine Gelegenheit geben, durch ein mögliches Einfrieren der Konten Druck auf Iran auszuüben. Ausgenommen von diesem Beschluss des Hohen Nationalen Sicherheitsrates seien lediglich die Konten Irans in der Schweiz.

Die iranische Führung lässt sich bisher nicht von ihrem Atomprogramm abbringen, das die Anreicherung von Uran beinhaltet - eine Voraussetzung zum Bau von Atomwaffen. Gleichzeitig beteuert Teheran jedoch, keine Nuklearwaffen bauen zu wollen, sondern die Kernenergie lediglich zur Deckung des einheimischen Strombedarfs nutzen zu wollen.

Der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy warb unterdessen für die Einbeziehung des UN-Sicherheitsrates in den Konflikt um das iranische Atomprogramm. „Wir sind der Ansicht, dass es nun Zeit ist, den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einzuschalten, um die Position der Atomenergie-Organisation (IAEO) bei den Verhandlungen zu stärken“, sagte Douste-Blazy in einem am Donnerstag von der Moskauer Tageszeitung „Iswestija“ veröffentlichten Interview. Douste-Blazy wollte am Donnerstag mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zusammentreffen.

Russland dringt als wichtiger Handelspartner Irans auf eine diplomatische Lösung des Konflikts. Lawrow hatte am Dienstag betont, Sanktionen seien keinesfalls der beste Weg. Die Gespräche über den Moskauer Kompromissvorschlag an die Führung in Teheran, die Urananreicherung außerhalb Irans in Russland durchzuführen, sollen am 16. Februar fortgesetzt werden.

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