Atomstreit
Iran schlägt Westen mit seinen eigenen Waffen

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die westlichen Staaten im Atomstreit an ihrem wunden Punkt getroffen: den eigenen Nuklearwaffen. Er warf den Ländern Doppelmoral vor. Das beeindruckte die USA jedoch keineswegs. Im Gegenteil: Sie haben einen neuen Plan gefasst, den Iran zum Verzicht auf sein Atomprogramm zu bewegen.

HB JAKARTA. Staaten, die über zahlreiche Atomwaffen verfügten, wollten den Iran zum Stopp seines friedlichen Nuklearprogramms bewegen, sagte Ahmadinedschad am Donnerstag dem indonesischen Sender Metro-TV. Er sei bereit, mit jedem Land über eine Lösung des Konflikts zu verhandeln, doch würden Drohungen solche Gespräche erschweren. „Wenn Ihnen jemand eine Waffe vor das Gesicht hält und sagt, dass Sie reden müssen, werden Sie das tun?“, fragte der iranische Präsident.

Im Atomstreit mit dem Iran erwägen die USA finanzielle Sanktionen, falls sich der Weltsicherheitsrat nicht auf eine Resolution einigen kann. Die USA seien bereit, mit einer Reihe gleichgesinnter Staaten außerhalb des Sicherheitsrates Möglichkeiten im Finanzwesen zu ergreifen, weil der Iran ein zentraler Financier des Terrorismus sei, sagte Außenministerin Condoleezza Rice am Mittwoch dem US-Fernsehsender NBC.

Rice erklärte, es gebe viele Möglichkeiten vor einem Militärschlag. In Interviews mehrerer US-Fernsehsender zeigte sie sich jedoch optimistisch, dass der UN-Sicherheitsrat handeln werde. Frankreich, Großbritannien und Deutschland bereiteten ein Paket vor, dass dem Iran zwei Möglichkeiten lasse. „Der Iran kann entweder der internationalen Gemeinschaft trotzen und muss dann mit Isolation und einem Handeln des Sicherheitsrates rechnen oder der Iran kann den Weg zu einem zivilen Atomprogramm akzeptieren, der auch für die internationale Gemeinschaft akzeptabel ist“, sagte Rice. Nach den Worten von Rice soll die Urananreicherung auf iranischem Boden auf keinen Fall gestattet werden.

US-Präsident George W. Bush äußerte sich derweil erstmals öffentlich über den Brief Ahmadinedschads, den ersten offiziellen Kontakt Teherans zu den USA seit Abbruch der diplomatischen Beziehungen vor fast 27 Jahren. „Es sieht so aus, als ob (der Brief) die wichtigste Frage nicht beantwortet, die die Welt stellt: Wann stellen Sie ihr Atomprogramm ein“, sagte Bush bei einem Gespräch mit Redakteuren von Lokalzeitungen in Orlando im US-Bundesstaat Florida. Ähnlich wie Rice sprach sich Bush erneut dafür aus, zunächst den diplomatischen Weg weiter zu beschreiten. Diplomatie dauere manchmal eine Weile, wenn man mit verschiedenen Nationen am Tisch sitze, zitiert ihn die Tageszeitung „St. Petersburg Times“.

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