Atomstreit
Iran unterbricht Verhandlungen nach neuen US-Sanktionen

Iran hat die Atomgespräche in Wien unterbrochen, weil die USA neue Sanktionen gegen sein Nuklearprogramm verhängt haben. Laut US-Außenminister John Kerry würden die Verhandlungen aber bald fortgesetzt.
  • 0

Wien/BrüsselNach der Verhängung von neuen US-Sanktionen gegen sein Nuklearprogramm hat der Iran die Atomgespräche in Wien unterbrochen. US-Außenminister John Kerry beteuerte am Freitag dennoch, die Verhandlungen über einen Kompromiss im Atomstreit seien nicht in Gefahr und würden bereits in den kommenden Tagen fortgesetzt.

Die Iraner hatten nach Angaben von Diplomaten möglicherweise aus Verärgerung über die Ausweitung der Sanktionen die Beratungen auf Expertenebene in Wien ausgesetzt. Wie Kerry betonten auch mehrere Diplomaten, das vor etwa drei Wochen ausgehandelte Abkommen mit dem Iran sei nicht in Gefahr.

Die US-Regierung hatte zuvor am Donnerstag weitere Unternehmen und Personen aus dem Iran auf ihre schwarze Liste gesetzt. Trotz der jüngsten Vereinbarung würden all jene in die Sanktionen einbezogen, die das iranische Atomprogramm unterstützten, hieß es in Washington. Bei den Betroffenen soll es sich um Firmen und Personen handeln, die Geschäfte für andere vornehmen, die bereits auf der Liste stehen.

Irans Vize-Außenminister Abbas Arakchi kritisierte am Freitag die neuen Maßnahmen. "Das verstößt gegen den Geist der Vereinbarung", sagte er der Nachrichtenagentur Fars. Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums schlug in dieselbe Kerbe. Eine Erweiterung der US-Liste könnte es schwieriger machen, das in Genf getroffene Abkommen umzusetzen, sagte sie.

Ende November hatten sich der Iran sowie die fünf UN-Vetomächte und Deutschland auf ein Abkommen geeinigt, das erste vertrauensbildende Schritte im Atomstreit vorsieht. Darin erklärt sich der Iran bereit, Teile seines Atomprogramms auszusetzen und intensivere Kontrollen der Vereinten Nationen zuzulassen. Im Gegenzug werden einige Sanktionen gelockert. Insbesondere der Westen vermutet, dass der Iran an Atomwaffen arbeitet. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Atomstreit: Iran unterbricht Verhandlungen nach neuen US-Sanktionen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%