Atomstreit
Iran will über Kompromissvorschläge verhandeln

Der Iran bewegt sich: Teheran hat das internationale Kompromisspaket zur Beilegung des Atomstreits erstmals als "akzeptable Grundlage für Verhandlungen" bezeichnet. Die Regierung warte nun auf neue Gesprächsangebote der G-8-Staaten.

HB TEHERAN. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid Resa Asefi, forderte die in Sankt Petersburg tagenden G-8-Staaten zu neuen Verhandlungen auf. „Der Dialog ist der richtige Weg“, sagte Asefi auf einer Pressekonferenz in Teheran. „Wir können auf diesem Weg akzeptable Ergebnisse erzielen. Der Weg des Extremismus und der Drohungen ist nicht akzeptabel. Er wird nicht funktionieren.“

Der Kompromissvorschlag sieht Unterstützung des Westens beim Bau eines Leichtwasserreaktors und bei der Entwicklung der friedlichen Nutzung der Kernenergie vor. Im Gegenzug soll sich Teheran verpflichten, alle Aktivitäten zur Urananreicherung auszusetzen und voll mit der Internationalen Atombehörde (IAEO) zusammenarbeiten.

Die Initiatoren des Angebots hatten erst am Mittwoch entschieden, dass sich der UN-Sicherheitsrat wieder mit dem Atomstreit befassen soll. Zur Begründung hieß es, die iranische Regierung habe keine Signale gesandt, dass sie sich ernsthaft mit den Vorschlägen befassen wolle. Asefi bezeichnete diesen Schritt am Sonntag als falsch, da so der Dialog behindert werde.

Die USA und Russland haben indes die Einrichtung eines Systems von internationalen Verarbeitungszentren für die Atomindustrie vorgeschlagen. Es solle unter der Aufsicht der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) Dienste wie die Anreicherung von Uran anbieten, hieß es gestern in einer gemeinsamen Erklärung. "Sein Hauptziel besteht darin, eine stabile und verlässliche Versorgung mit allen möglichen Arten von Energie sicherzustellen und dabei der Bedrohung durch die Verbreitung von Atomtechnologie zu begegnen", sagte Russlands Präsident Wladimir Putin nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen George W. Bush in St. Petersburg.

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