Atomstreit: Irans Wirtschaft gilt als verwundbar

Atomstreit
Irans Wirtschaft gilt als verwundbar

Iran demonstriert im Atomstreit Stärke, doch wäre Teheran nach der Einschätzung von Experten durch Wirtschaftssanktionen verwundbar.

DÜSSELDORF. „Um die Produktion von Öl und Gas wie geplant auszubauen, braucht das Land Know-how aus dem Westen“, sagt Valerie Marcel, Energieexpertin beim Londoner Royal Institute for International Affairs. Sanktionen würden den Einkauf von Technologien und Managementexpertise erschweren und „Iran ernsthaft treffen“, erwartet Marcel. Zwar gilt es als wahrscheinlich, dass China Strafmaßnahmen der Uno verhindern würde, doch könnten einseitige Handelssanktionen der EU Wirkung zeigen.

Im eskalierenden Streit um das Atomprogramm setzt der Westen immer unverhohlener auf Strafmaßnahmen. Nach außen lassen sich Teherans Politiker jedoch nicht beeindrucken. Präsident Mahmud Ahmadinedschad sprach gestern im staatlichen Fernsehen von der Schikane einer Gruppe, die anderen Ländern ihre „natürlichen Rechte“ vorenthalten wolle. Der Präsident warf dem Westen vor, er wolle die technische Entwicklung Irans bremsen und das Land kontrollieren, indem er es zum Kauf von Atomenergie im Ausland zwinge. Zuvor hatte bereits Ex-Präsident Ali Akbar Haschemi Rafsandschani erklärt, Sanktionen würden nicht zum erhofften Ergebnis führen.

Tatsächlich verfügt Iran nach Russland über die größten Gasreserven der Welt und liegt in der Liste der ölreichsten Länder auf Platz drei. Dennoch hat das Opec-Mitglied Schwierigkeiten, seine Förderquote zu erfüllen, und verfügt über wenig Reservekapazitäten – weil Kapital und Technologie für einen Ausbau fehlen. Die USA haben bereits ein umfassendes, wenn auch in der Praxis oftmals löchriges Embargo gegen Iran verhängt.

Uno-Maßnahmen gelten derzeit als unrealistisch, weil die Vetomacht China die Energiepartnerschaft mit Iran ausbauen will. Iran versucht seit Jahren, seine wirtschaftlichen Verbindungen nach Asien zu verstärken, um dort von der steigenden Nachfrage nach Energie und Mineralölprodukten zu profitieren. Das Land investiert Milliarden in den Ausbau seiner Raffinerieanlagen und will in der nächsten Dekade führende Wirtschaftsmacht im Mittleren Osten werden.

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