Atomstreit: Kerry schlägt gegen den Iran schärfere Töne an

Atomstreit
Kerry schlägt gegen den Iran schärfere Töne an

Bei den Atomverhandlungen über den Iran liegen die Positionen der Verhandlungspartner weit auseinander. US-Außenminister Kerry legte jetzt noch einmal verbal nach und schlug einen schärferen Ton an.
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WienIm Atomstreit mit dem Iran haben die USA parallel zu einer neuen Verhandlungsrunde einen schärferen Ton angeschlagen. Es sei kein Geheimnis mehr, dass der Iran innerhalb von zwei Monaten genug spaltbares Material für eine Atombombe herstellen könnte, sollte die Führung in Teheran dies wünschen, sagte US-Außenminister John Kerry am Dienstag bei einer Parlamentsanhörung in Washington. Seine Äußerungen unterstrichen noch einmal die Brisanz der laufenden Verhandlungen zwischen der sogenannten Sechser-Gruppe und dem Iran, die am Dienstag in Wien in eine weitere Etappe gegangen waren.

In der bis Mittwoch laufenden Verhandlungsrunde geht es vor allem um die Frage, wie das iranische Atomprogramm überwacht werden kann und wie mit den seit 2006 verabschiedeten Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verfahren werden soll. Diplomaten warnten vor überzogenen Hoffnungen auf einen raschen Durchbruch. „Wir sind noch in der Erkundungsphase“, sagte ein Diplomat.

Nach Einschätzung westlicher Unterhändler liegen die Positionen der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands sowie des Irans in entscheidenden Punkten noch weit auseinander. Die USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland wollen bis spätestens Juni einen konkreten Vorschlag für eine Vereinbarung mit der Regierung in Teheran ausarbeiten, wie der seit Jahren andauernde Atomstreit beendet werden kann.

Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines Programms für Kernenergie auch nach Atomwaffen zu streben, was die Regierung in Teheran zurückweist. Im November hatten die Verhandlungspartner eine vorläufige Verständigung erzielt, um mehr Zeit für weitere Gespräche zu gewinnen. Der Iran verzichtete demnach auf eine höhere Uran-Anreicherung, im Gegenzug wurden einige Sanktionen gelockert. Die Frist für eine endgültige Einigung läuft im Juli ab. Die Verhandlungen könnten aber um ein halbes Jahr verlängert werden, wenn beide Seiten zustimmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich denke, der Bogen ist überdehnt, die Drohungen ziehen nicht mehr. Nachdem es eine deutliche Annäherung zwischen Russland und Iran gibt, bricht einer neuen Sanktionsdrohung die Flanke weg. Auch wenn die iranische Wirtschaft leidet - dadurch ist den USA und Israel nicht geholfen. Im Übrigen ist es ein gelungener Schachzug des Iran, seine Fähigkeiten zum Bau einer A-Bombe voranzutreiben, ohne den letzten Schritt zu gehen, welcher (international) sanktionswürdig wäre. Allein -die Fähigkeiten selbst zu entwickeln- erhöht den Einigungsdruck auf den "Westen", und der Iran kann selbstbewusster damit auftrumpfen, wohl wissend, dass auch seine konventionellen Fähigkeiten der Luftabwehr immer besser bzw. unberechenbarer werden. Das Risiko für Israel bei einem Angriff steigt, die USA verzetteln sich zunehmend auf der halben Welt in unlösbare Probleme. Umgekehrt steigt damit auch das Risiko, dass wenn es irgendwo zum offenen Konflikt kommt, sich die Angelegenheit über die Welt bzw. die anderen Krisenherde unkontrolliert ausdehnt.

  • USA und Israel als "Friedens Engel". Irgendwie habe ich ein komisches Gefühl, wenn ich mir aggressive Aussenpolitik und die militärische Vergangenheit dieser Staaten anschaue. Zwei Wölfe wollen einen Fuchs überzeugen und zwingen Vegetarier zu werden.

  • Das sind Vorbereitungen für einen Überfall auf Persien.

    Das Problem ist nur, dass es unter Obama keinen Überfall geben wird, denn er ist "O BA MA", was auf Farsi (der Persischen Sprache "der welcher auf unserer Seite steht" bedeutet (das stammt aus einer alten Prophezeiung aus dem 16. Jahrhundert, einem sogenannten Hadith).

    Die Juden werden ihn schon umbringen müssen, wenn sie ihren Krieg wollen, wenn sie ihr scheiss Bankensystem (das Westliche) retten wollen und das werden sie auch seeeehr bald tun. 1914 lässt grüßen.

    @ Santos: Naivling.

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