Atomstreit
Liebesgrüße aus Nordkorea kommen gut an

Die überraschende Aussetzung des nordkoreanischen Atomprogramms wird weltweit positiv aufgenommen. Gleichzeitig wächst bei vielen Ländern die Hoffnung, dass dies der Anfang einer neuen Entspannungspolitik sein könnte.
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Seoul/Peking/TokioNach der Einigung zwischen USA und Nordkorea ist die Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm nähergerückt. Diese Ansicht vertraten am Donnerstag China und Japan, die neben den USA, den beiden koreanischen Staaten und Russland an den Gesprächen beteiligt sind. Die am Mittwoch erzielte Einigung sieht eine Aussetzung des Atomprogramms im Tausch für Nahrungsmittelhilfen aus den USA vor.

Und offenbar plant der Chefunterhändler Nordkoreas auch eine Reise in die USA, wie die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Verhandlungskreise meldet. Der Unterhändler Ri Yong Ho werde in der kommenden Woche im US-Staat New York erwartet, wo er an einem Forum an der Syracuse University teilnehmen werde, erklärten zwei Gewährsleute. Am Rande der von der Friedrich-Ebert-Stifung mitorganisierten Veranstaltung werde Ri vermutlich mit Vertretern der US-Regierung zusammentreffen.

Nordkorea hatte sich am Mittwoch nach Verhandlungen mit den USA bereit erklärt, seine umstrittene Urananreicherung auf Eis zu legen und alle Atom- und Langstreckentests zu unterbrechen.

Der Ost-Asien-Experte der Konrad-Adenauer-Stiftung, Oliver Beckmann, sieht im Aussetzen des nordkoreanischen Atomprogramms ein „überraschendes und optimistisch stimmendes Signal“. „Es geht natürlich um Lebensmittellieferungen - aber nicht nur. Denn das Aussetzen des Atomprogramms ist ein politisches Signal und hoffentlich ein Zeichen für den Willen zum politischen Wandel“, sagte Beckmann dem „Tagesspiegel“.

Schon die Tatsache, dass am Mittwoch das US-amerikanische State Department und das offizielle nordkoreanische Propagandaorgan Korean Central News Agency (KCNA) gleichzeitig und fast wortgleich auf ihren Seiten verkündet haben, das Moratorium durchzuführen und Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) ins Land zu lassen, „spricht dafür, dass die neue nordkoreanische Führung es ernst meint“.

Mit der Ankündigung gehe Nordkorea in „Vorleistung“ zu den voraussichtlich ab Sommer wieder beginnenden Sechs-Parteien-Gesprächen, an denen neben Nordkorea auch Südkorea, China und Russland sowie Japan und die Vereinigten Staaten teilnehmen.

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US-Republikaner warnen

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