Atomstreit mit Iran
Israels Generalstabschef fletscht die Zähne

Arbeitet der Iran an einer Atombombe? Israel fühlt sich bedroht. Deshalb heizt das Land die internationale Diskussion um den Umgang mit iranischen Atomanlagen an - sogar mit einer Drohung. Die USA beschwichtigen.

Jerusalem/WashingtonDer israelische Generalstabschef Benny Gantz hat dem Iran indirekt gedroht. Wer meine, Israel "ausmerzen" zu können, werde die "Wucht der israelischen Militärmacht" zu spüren bekommen, erklärte Gantz am Mittwoch.

Die Drohungen, denen sich Israel und seine Bevölkerung gegenüber sähen, seien das "Ergebnis einer falschen Einschätzung unserer Stärke und unserer Fähigkeiten". Entlang der Grenzen Israels stehe eine Armee, die "in ihren Reihen die besten Soldaten und Kommandeure der Welt" habe.

Gantz äußerte sich während einer Zeremonie zum Gedenken an getötete Soldaten der Elitebrigade Golani. In den vergangenen Tagen hatte sich in Israel die Diskussion um einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen verschärft. Der Iran bestreitet, am Bau einer Atombombe zu arbeiten, und beharrt auf seinem Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie.

US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland erklärte unterdessen, Washington stehe mit Israel in ständigem Dialog über das iranische Atomprogramm. Eine diplomatische Lösung sei jedoch einer militärischen Option vorzuziehen, und dafür bleibe Zeit. Das habe Washington Israel klar gemacht, auch wenn die Sicherheit der israelischen Verbündeten für die USA den höchsten Stellenwert habe, fügte Nuland hinzu.

Der Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, Volker Perthes, rechnet nicht mit einem israelischen Angriff auf den Iran in den kommenden Monaten. Sollte es dennoch dazu kommen, befürchtet Perthes keinen Bruch des Verhältnisses zwischen Berlin und Tel Aviv.

Ein Angriff Israels gegen den Rat aller seiner Partner würde das Verhältnis zu diesen Freunden zwar belasten, sagte Perthes der "Westdeutschen Zeitung". "Aber zwischen einer Belastung des Verhältnisses und einer grundlegenden Änderung, gar einem Bruch, ist es noch sehr weit", fügte er hinzu.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%