Atomstreit mit Iran
UN-Vetomächte pochen auf Diplomatie

Israel fühlt sich durch Irans Atomprogramm in seiner Existenz bedroht. Ministerpräsident Netanjahu fordert eine „rote Linie“. Deutschland und die Veto-Mächte im Sicherheitsrat fordern eine friedliche Lösung.
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New YorkDie fünf Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland wollen ihre Bemühungen für eine friedliche Lösung im Atomstreit mit dem Iran nochmals verstärken. Dies verlautete nach einem Treffen ihrer Außenminister am Donnerstag (Ortszeit) in New York. Nach Angaben von Teilnehmern wurde vereinbart, dass weiter an einer diplomatischen Lösung gearbeitet werden soll, und zwar „mit noch größerer Intensität“. Bislang gebe es leider noch keine „substanziellen Fortschritte“.

Zuvor hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu von der internationalen Gemeinschaft eine „rote Linie“ gegen das iranische Atomprogramm verlangt. „Rote Linien führen nicht zum Krieg. Rote Linien halten vom Krieg ab“, sagte Netanjahu vor der UN-Vollversammlung. Nach seiner Darstellung wird der Iran Mitte Frühjahr oder spätestens im Sommer 2013 ausreichend Uran für eine Atombombe angereichert haben.

Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an der Atombombe zu arbeiten. Israel sieht dies als Bedrohung seiner Existenz. Mehrfach hatten israelische Politiker deshalb indirekt mit einem Militärschlag gegen iranische Atomanlagen gedroht. Der Versuch, US-Präsident Barack Obama im Atomstreit zu einem Ultimatum an den Iran zu bewegen, blieb bislang jedoch ohne Erfolg. Obama hatte aber deutlich gemacht, dass die USA nicht zulassen werden, dass der Iran in den Besitz einer Atombombe kommt.

An dem Treffen mit den fünf Veto-Mächten (USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien) nahm für Deutschland Außenminister Guido Westerwelle teil. Er sagte: „Wir teilen die große Sorge Israels angesichts der nicht ausgeräumten Zweifel an den friedlichen Absichten des iranischen Atomprogramms.“ Deutschland werde eine atomare Bewaffnung des Iran nicht akzeptieren. Zugleich gelte: „Wir wollen eine diplomatische Lösung. Sie ist noch möglich.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Vor wenigen Tagen hat Patrick Clawson vom Washington Institute for Near East Policy vorgeschlagen, den Iran durch einen Flase-Flag-Angriff in den Krieg zu zwingen. Wie sonst sollte man auch eine Nation die seit Jahrhunderten keinen Krieg gegen eine andere Nation begonnen hat, in den Krieg zwingen?

    Die einzige Angst der Kriegstreiber in den USA/Israel ist, dass sie einen mit Nuklearwaffen bestückten Iran nicht mehr überfallen können.

    Die Gefahr geht nicht vom Iran aus, sondern von uns, den NATO-Angriffsmächten und zwar nicht nur für den Nahen-Osten sondern für uns alle.

  • Ich habe meine Meinung über Ahmadinedschad inzwischen sehr gewandelt. Anfangs hatte ich Angst vor ihm, sah ihn als Bedrohung.

    Heute nun kann ich sehen, wie sehr er ein wahrhaft liebender, gottesfürchtiger und schöpfungsachtender Mensch ist - in solcher Aufrichtigkeit, dass er unverblümt die Dinge sagen kann und sich nicht beugen lässt.

    Ich glaube, seine eigene hohe Kultur würde ihn wie auch den Iran abhalten, eine Atombombe einzusetzen. Zu sehr wäre klar, dass diese Verseuchung ebenfalls die Existenz & Lebensgrundlage für das eigene Palästinensische Volk dort zerstören würde - wie auch der vernichtende Gegenschlag den eigenen Niedergang bringen würde.

    Der eigentliche Kriegstreiber ist Israel - mit permanenter Inszenierung einer Drohkulisse.

  • Für mich ist Netanjahu im gleichen Level wie Achmadinishad. Wenn der Iranische Präsident nun so wenig Ahnung hat, wie kann man das dann von einen nationalsozialistischen Spinner der ebenfalls auf Zivilisten schießen läst, bereits Atombomben hat und dann noch die größten Drohgebärden abgibt nicht behaupten? Das beste wäre wenn diese beiden Personen nicht mehr in der Politik auftauchen würden, denn sie sind einfach nur noch peinlich, sowohl im Iran als auch in Israel.

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