Atomstreit
Obamas Ex-Berater warnen vor Atom-Deal mit Iran

Der Atomstreit zwischen den USA und dem Iran soll endlich ein Ende finden. Dafür finden sich der US-Außenminister und sein iranischer Kollege in Wien zusammen. Doch ehemalige Obama-Berater warnen vor einem Deal.
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Washington/TeheranIm zähen Atomstreit mit dem Iran warnen fünf ehemalige Berater des US-Präsidenten Barack Obama vor zu großen Zugeständnissen an das von islamischen Fundamentalisten beherrschte Land. Kurz vor Ablauf der Frist für eine Einigung am 30. Juni äußerten sich die Experten in einem offenen Brief sehr besorgt.

„Die meisten von uns hätten ein strikteres Abkommen bevorzugt“, heißt es in dem Brief. Es biete keine langfristige Lösung. „Das Abkommen wird den Iran nicht an einer Entwicklung von Kernwaffen hindern. Es wird keine Zerstörung der iranischen Infrastruktur zur Anreicherung von Uran verlangen.“ Es werde aber die Infrastruktur immerhin in den nächsten zehn bis 15 Jahre verkleinern und das Atomprogramm transparenter machen.

Grundsätzlich geht es aus Sicht des Westens darum, dem Iran ein ziviles Atomprogramm zu ermöglichen, jedoch eine atomare Bewaffnung auszuschließen. Der Iran pocht hingegen auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie und fordert die Aufhebung von Sanktionen, die vor allem Wirtschaft und Handel lähmen.

Zuerst hatte unter anderem die „New York Times“ über den Brief berichtet. Unterschrieben hat unter anderem der ehemalige Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, David Petraeus, der bis zu seinem Rücktritt 2012 für verdeckte Einsätze gegen den Iran verantwortlich war.

US-Außenminister John Kerry und sein iranischer Amtskollege Mohammed Dschawad Sarif reisen am Freitag zu weiteren Verhandlungen nach Wien. Bis zum 30. Juni wollen Teheran und der Westen dort eine endgültige Einigung finden. Die UN-Vetomächte (USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien) sowie Deutschland hatten sich im April mit der Islamischen Republik auf ein Rahmenabkommen verständigt. Seitdem trafen sich Experten und Unterhändler regelmäßig, um Details zu klären.

Nach iranischen Angaben ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen. Da der Vertrag zweisprachig auf Englisch und Persisch verfasst werden muss, komme es in komplizierten Passagen zu Formulierungsproblemen.

Kerry sagte am Mittwoch, es sei weiterhin möglich, dass es am Ende zu keiner Einigung komme.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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