Atomstreit
Rice nennt Iran „Zentralbanker des Terrorismus“

Die USA machen weiter Druck auf den Iran: Außenministerin Rice bezeichnete das islamische Land als "Zentralbanker des Terrorismus". UN-Botschafter Bolton verglich die Bedrohung durch das Mullah-Regime mit den Anschlägen vom 11. September 2001.

HB SYDNEY. Die Regierung in Teheran habe die Welt über ihre nuklearen Aktivitäten belogen und handele entgegen den Verpflichtungen des Atomwaffensperrvertrages, sagte Rice bei einem Besuch in Australien. „Und natürlich spielt sie auch eine Rolle als Zentralbanker des Terrorismus.“ Der Iran werde „von ein paar Nicht-Gewählten regiert, die die Wünsche der Bevölkerung unterdrücken“.

Die US-Außenministerin zeigte sich indes zuversichtlich, dass der UN-Sicherheitsrat Wege finden werde, die Regierung in Teheran zu Verhandlungen über ihr Atomprogramm zu bewegen. „Ich bin sicher, dass wir das richtige Mittel dafür finden. Die Verhandlungen dazu sind auf dem Wege. Allerdings gebe ich keine Prognose darüber ab, was dabei herauskommt, wie es bei Verhandlungen eben üblich ist.“.

Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, verschräfte ebenfalls sein Rhetorik. Er verglich die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm mit den Anschlägen vom 11. September 2001. "Genau wie am 11. September - nur dieses Mal mit Atomwaffen - darin besteht die Bedrohung", sagte Bolton dem US-Sender ABC mit Blick auf die Islamische Republik.

Zuvor hatten die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats erneut darüber beraten, wie Iran zur Abkehr von seinem Atomprogramm gebracht werden könne. Großbritannien, die USA, Russland, Frankreich und China konnten sich dabei jedoch nicht auf eine gemeinsame Erklärung verständigen. Angesichts der Widerstände Russlands und Chinas sollte ein Text formuliert werden, der den atomaren Ambitionen Irans Einhalt gebietet, ohne dass Sanktionen oder Strafmaßnahmen angedroht werden. Die USA und andere westliche Staaten vermuten, dass Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich Atomwaffen entwickeln will.

Diplomaten teilten mit, Vertreter der Außenministerien der fünf Vetomächte sowie Deutschlands planten für Montag ein Treffen in New York, um die Strategie gegenüber dem Iran zu überdenken. Zuvor kommen allerdings am Donnerstag alle 15 Mitglieder des Sicherheitsrates nochmals zusammen, um den Atomkonflikt zu erörtern, der erst kürzlich von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) an das UN-Entscheidungsgremium überwiesen worden war.

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