Atomstreit
USA will Nordkorea von Schurkenstaat-Liste streichen

Die USA haben nach Angaben Pjöngjangs zugesichert, Nordkorea von der Schwarzen Liste der Terrorismus fördernden Staaten zu nehmen.

dpa SEOUL. Das Außenministerium in Pjöngjang bestätigte am Montag, dass Nordkorea bei Gesprächen zwischen Vertretern beider Länder am Wochenende in Genf „praktischen Maßnahmen zur Neutralisierung der bestehenden Atomanlagen in der Volksrepublik bis zum Jahresende“ zugestimmt habe. Im Gegenzug hätten die USA entschieden, politische und wirtschaftliche Ausgleichsmaßnahmen zu ergreifen. Neben der Streichung von der Liste mit Terrorstaaten gehöre auch dazu, die Handelssanktionen gegen das kommunistische Land aufzuheben.

Die USA hatten schon im Februar im Rahmen der Sechs-Länder- Gespräche über Koreas Atomwaffenprogramm zugesagt, den „Prozess zur Streichung“ Nordkoreas von der Liste der sogenannten Terrorismus- und Schurkenstaaten zu beginnen. Als Voraussetzung dafür erwartet Washington allerdings die nachprüfbare und unumkehrbare Beseitigung des nordkoreanischen Atomprogramms. Auf einen konkreten Fahrplan der nächsten Abrüstungsphase Nordkoreas konnten sich die Teilnehmer der Sechserrunde - das sind Nordkorea, USA, China, Südkorea, Russland, Japan - bisher nicht einigen. Mitte Juli hatte Nordkorea in einem ersten Schritt seine Anlagen im Nuklearkomplex Yongbyon abgeschaltet.

Nach den zweitägigen Gesprächen in Genf hatte der US- Sondergesandte Christopher Hill mitgeteilt, Nordkorea wolle bis Ende 2007 seine gesamten Nuklearaktivitäten offenlegen und sein Atomprogramm einstellen. Hill bezeichnete das Ergebnis als „äußerst wichtig“ und zeigte sich erfreut, dass Nordkorea im Atomstreit offenbar bereit sei, weitere Zugeständnisse zu machen.

Südkorea und China begrüßten am Montag die Einigung. Die Vereinbarung zwischen Nordkorea und den USA sei Teil „des laufenden Friedensprozesses auf der koreanischen Halbinsel“, sagte ein Sprecher des Präsidialamts in Seoul.

Hills nordkoreanischer Gesprächspartner Kim Kye Gwan bekräftigte in Genf zwar die Bereitschaft Pjöngjangs, seine Abrüstungszusagen - wie im Februar vereinbart - im Gegenzug zu politischen und wirtschaftlichen Ausgleichsleistungen zu erfüllen. Eine Frist dafür nannte er nicht. Nach den Angaben Hills sollen Einzelheiten zur Verwirklichung der Einigung mit Nordkorea während der nächsten Sechser-Gesprächsrunde erörtert werden.

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