Atomunterhändler
Friedliche Lösung mit dem Iran rückt näher

Vor der Fortsetzung der Atomgespräche mit dem Iran geben sich Unterhändler beider Seiten zuversichtlich. Alle Seiten scheinen bemüht, eine Lösung zu finden - denn die Konsequenz wäre Krieg.
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BagdadVor der zweiten Runde der neuen Atomgespräche mit dem Iran halten internationale Diplomaten und die iranischen Atomunterhändler die Karten verdeckt. Doch der Druck, am Mittwoch in Bagdad über konkrete Schritte zu sprechen, ist nach dem als positiv bezeichneten Start der Verhandlungen vor fünf Wochen in Istanbul gestiegen. Die nötigen Planungen für die Option eines Militärschlages gegen den Iran seien gemacht, sagte der US-Botschafter in Israel, Dan Shapiro, in der vergangenen Woche.

Gleichzeitig scheint auch die Kompromissbereitschaft größer geworden zu sein. Der Iran ächzt unter Sanktionen, deren Folgen für das Volk schmerzlich, für die Führung aber auch gefährlich werden könnten. Die Hoffnung ist, dass Teheran nach einem gesichtswahrenden Ausweg aus der drohenden militärischen Konfrontation mit Israel sucht.

Ansatzpunkte dafür gibt es, nachdem auch Teheran die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent als unwirtschaftlich für das Land bezeichnet hat. Eine Anreicherung auf 20 Prozent reicht nicht für Atomwaffen, dafür wären mehr als 80 Prozent nötig. Aber höher angereichertes Uran ist schon ein größerer Schritt in diese Richtung, der bei den Unterhändlern der 5+1-Gruppe (China, Frankreich, Großbritannien, Russland, die USA sowie Deutschland) das Misstrauen nährt. Der Iran hat mehrmals angedeutet, dass das Land auf eine höhere Anreicherung verzichten könne, falls das 20-prozentige Uran oder Brennstäbe für einen medizinischen Reaktor aus dem Ausland geliefert werden könnten.

„Der Zeitfaktor ist wesentlich. Während wir hier sitzen, geht die Anreicherung auf 20-prozentiges Uran weiter“, sagte ein europäischer Diplomat am Montag. „Der Iran muss seinen Verpflichtungen nachkommen. Der Ball ist in ihrem Spielfeld.“ Die Anreicherung auf 20 Prozent sei das drängendste Problem. Westliche Experten gehen unterdessen davon aus, dass der Iran inzwischen über 150 Kilogramm des höher angereicherten Urans verfügen könnte.

Der Westen will nun eine bessere Kontrolle, um sich vom zivilen Charakter der Anlagen überzeugen zu können. Der Iran allerdings will bisher zwischen Atomanlagen, die für Kontrollen geöffnet werden können, und Militäreinrichtungen unterschieden wissen - was viele Regierungen zweifeln lässt. Im Februar wurde Kontrolleuren der internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien der Zugang zu der verdächtigen Militäranlage Parchin nahe Teheran verweigert.

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  • Das ist ja wohl nicht ganz richtig !
    Es gibt natürlich auch andere Informationsquellen , hier ist natürlich der Mossad ,Der Englische,Französische zu nennen .
    Russland als einer der die Iranische innen wie auch Außenpolitik kennt wie kein zweiter , habe ebenfalls vor einer Iranischen Atombombe gewarnt .
    http://www.nzz.ch/aktuell/international/russland_fuerchtet_iranische_atomwaffen_1.6144899.html

    Satellitenbilder wurden von Internationalen Spezialisten ausgewertet die alle zu dem selben Ergebnis gekommen sind .

    Aber wenn nun der Zugang zu fragwürdigen anlagen erlaubt wird, werden wir ja sehen .

  • Wenn man wirklich keine Eskalation will, sollte man Israel stoppen, dessen Politiker anscheinend nichts mehr fürchten, als eine Einigung der 5+1 mit Iran. Was ein Zeichen dafür ist, dass die israelische Regierung von ihren eigenen Problemen ablenken will und dazu ein äußeres Feindbild braucht. Denn Iran kann man nichts vorwerfen: das Land kommt seinen Verpflichtungen nach und ist in der Vergangenheit auch darüber hinausgegangen. Genützt hat ihm das nichts, im Gegenteil, mehr Sanktionen waren die Folge. Im Moment muss wohl eher Amano sein Gesicht wahren, ist doch unter seiner Führung die IAEA endgültig zum politischen Instrument der USA geworden, die ihre eigenen Rechnungen mit Iran offen hat. Schließlich beruhen alle Vorwürfe, die die IAEA Iran macht auf, so von ihr selber genannten, "angeblichen Studien" aus US-Geheimdienstkreisen. Material, das sie dem "Angeklagten" Iran nicht einmal vorlegt. Die iranische Sicht fasst der Botschafter Irans hier kurz und knapp zusammen: http://irananders.de/home/news/article/faq-die-nuklearaktivitaeten-irans.html.

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