Atomverhandlungen
Einigung mit Iran rückt in Reichweite

Seit rund einem Jahrzehnt ist der Atomstreit mit dem Iran festgefahren. Nun scheint eine Einigung in den Verhandlungen wahrscheinlicher als je zuvor. Es gibt aber noch immer Differenzen, die zuvor gelöst werden müssen.
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GenfUS-Außenminister John Kerry hat Hoffnungen auf einen bevorstehenden Durchbruch im Atomstreit mit dem Iran gedämpft. "Ich möchte betonen, dass es zu diesem Zeitpunkt keine Einigung gibt", sagte Kerry am Freitag nach seiner überraschenden Ankunft in Genf, wo die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland seit Donnerstag mit dem Iran über dessen Atomprogramm verhandeln.

"Wir hoffen, dass wir diese Differenzen einengen können, aber niemand sollte missverstehen, dass es noch einige wichtige Lücken gibt, die zu schließen sind." Ähnlich äußerte sich Frankreichs Außenminister Laurent Fabius. Wichtige Fragen seien nach wie vor offen, ließ er mitteilen. Man arbeite daran, sie zu klären - "sofern das möglich ist".

Diplomaten sagten, ein Durchbruch bleibe ungewiss. Sollte er gelingen, wäre das aber in jedem Fall nur ein erster Schritt in einem langen, komplizierten Prozess zur Lösung des seit einem Jahrzehnt anhaltenden Konflikts. Das alles klang weniger optimistisch als noch am Donnerstagabend, als mehrere Teilnehmer von Fortschritten sprachen und so die Hoffnung schürten, dass in Kürze eine erste Einigung gelingen könnte.

Gleichwohl - so die Diplomaten - sei allein die Tatsache, dass Kerry und Fabius wie auch ihre deutschen und britischen Kollegen Guido Westerwelle und William Hague zu den Verhandlungen anreisten, ein Signal, dass eine Einigung wahrscheinlicher sein könnte als jemals zuvor. Mit Spannung wurde ein angedachtes Treffen Kerrys mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton erwartet, die die Gespräche koordiniert. Kerry werde alles tun, um die Kluft zu überbrücken, sagte ein hochrangiger Vertreter des US-Außenministeriums.

US-Präsident Barack Obama selbst hatte eine schrittweise, moderate Lockerung der internationalen Strafmaßnahmen für Zugeständnisse im Atomstreit in Aussicht gestellt - ohne jedoch an der eigentlichen Sanktionsarchitektur zu rütteln. Im Gespräch ist etwa die Freigabe von seit Jahren im Ausland eingefrorenen Konten, auf denen Milliarden Dollar lagern sollen.

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Kommentare zu " Atomverhandlungen: Einigung mit Iran rückt in Reichweite"

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  • Obama will der Welt wohl zeigen das auch er zu moralischem, verantwortungvollem Handel fähig ist, aber dazu ist es zu spät.

    Politisch ist er kein lame duck, sodern ein dead duck und wird als schlechtester US Präsident aller Zeiten, noch vor Nixon, in die Geschichte eingehen.

  • Daß der Streit mit dem Iran beigelegt werden könnte ,wäre nur möglich wenn der Iran ähnlich wie germany besetzt werden könnte und von US-Vasallen regiert würde.Das dürfte den Iranern aber nicht schmecken.So werden die Verhandlungen mit dem Iran ein ähnliches Schicksal nehmen wie die Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern seit 60 Jahren,sofern die USA nicht ihre Pläne aus der Pentagonschublade nehmen und den Iran mit Atombomben "befreien".

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