Atomverhandlungen
Fischer rechnet mit Schlag gegen Iran

Drohungen und Verhandlungen: In den Atomgesprächen mit dem Iran gibt es unterscheidliche Signale. Während für einige die Zeichen auf Militärschlag stehen, reist der EU-Repräsentant Solana mit einem neuen Angebot nach Teheran. Besonders die Sorge um einen Alleingang Israels sorgt für Anspannung.

BERLIN/ROM. In die seit Monaten festgefahrenen Atomgespräche mit Iran kommt wieder Bewegung - allerdings mit zwei völlig widersprüchlichen Signalen. Zum einen verstärken sich Hinweise auf einen möglichen Militärschlag gegen Iran noch vor Ende der Amtszeit von US-Präsident George Bush. Zum anderen wird der EU-Außenrepräsentant Javier Solana Ende kommender Woche nach Teheran reisen - mit einem leicht modifizierten Kooperationsangebot der internationalen Gemeinschaft, falls Iran die umstrittene Urananreicherung stoppen sollte.

Gewachsen ist vor allem die Sorge vor einem Alleingang Israels. So hat Israels Ministerpräsident Ehud Olmert am Mittwoch bei einem Besuch in Washington gefordert, die Gefahr einer atomaren Bewaffnung Irans müsse "mit allen möglichen Mitteln gestoppt werden". Am Mittwoch war die 90-Tages-Frist ausgelaufen, in der Iran die Forderungen des Uno-Sicherheitsrates nach einem Stopp der Urananreicherung hätte erfüllen sollen. Es gebe nun die "dringende Notwendigkeit für drastischere und robustere Maßnahmen".

Tatsächlich wird in Jerusalem offen debattiert, ob man das Iran-Problem nicht vor dem Präsidentenwechsel in den USA lösen müsse. Allerdings zweifeln europäische Diplomaten, ob die innenpolitisch angeschlagene Regierung Olmert einen so weitreichenden Schritt wie einen Militärschlag gegen iranische Atomanlagen noch beschließen könnte.

Dagegen glaubt der frühere Außenminister Joschka Fischer mittlerweile an einen bevorstehenden Militärschlag. In einem in mehreren Medien erschienenen Gastbeitrag warnte er, ein Militärschlag in den kommenden Monaten sei "sehr wahrscheinlich", falls Iran auf die neuesten Gesprächsangebote der internationalen Gemeinschaft ablehne. "Scheitert ein solcher Versuch, dann wird es wohl bald ernst werden, sehr ernst sogar."

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