Atomverhandlungen mit Teheran
Iran muss „zusätzliche Anstrengungen“ unternehmen

Derzeit läuft die womöglich entscheidende Verhandlungsrunde der Atomgespräche mit dem Iran. Frankreich sieht die Bedingungen für einen Deal noch nicht erfüllt. Bis Ende März soll die Gruppe eine Vereinbarung erzielen.
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New YorkDer französische Außenminister Laurent Fabius sieht die Bedingungen für einen Atomdeal mit dem Iran noch nicht erfüllt. „Wir wünschen uns ein Abkommen, und das ist möglich“, sagte Fabius am Freitag am UN-Sitz in New York. Allerdings müsse die Führung in Teheran noch „zusätzliche Anstrengungen“ unternehmen, um eine Einigung bis zum Ablauf der Frist am kommenden Dienstag zu erreichen. Fabius will am Samstag nach Lausanne reisen, um an den internationalen Verhandlungen mit dem Iran teilzunehmen.

Bis Ende März will die sogenannte 5+1-Gruppe aus den fünf UN-Vetomächten und Deutschland eine politische Grundsatzvereinbarung mit Teheran erzielen. Danach wird bis Ende Juni ein vollständiges Abkommen samt der technischen Einzelheiten angestrebt. Ziel ist es, dem Iran die zivile Nutzung der Atomtechnologie zu erlauben, ihm aber die Möglichkeit zu nehmen, Atomwaffen zu entwickeln. Im Gegenzug sollen die Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden.

Seit Donnerstag läuft die womöglich entscheidende Verhandlungsrunde im schweizerischen Lausanne. An den Gesprächen nehmen US-Außenminister John Kerry und sein iranischer Kollege Mohammed Dschawad Sarif teil. „Die Verhandlungen sind sehr hart und kompliziert“, sagte Sarif am Freitag laut iranischen Medien. „Unser Gefühl ist, dass wir definitiv einen Deal erreichen können, aber das hängt vom politischen Willen auf der anderen Seite ab.“

Fabius schloss eine erneute Fristverlängerung nicht aus. Wichtiger als die Einhaltung der beiden „Zieldaten“ Ende März und Ende Juni sei der Inhalt, sagte er. „Wir brauchen ein solides Abkommen, sonst riskieren wir die Verbreitung von Atomwaffen.“

Der britische Außenminister Philip Hammond erklärte, dass er an diesem Wochenende ebenfalls zu den Gesprächen dazustoßen könnte. „Wir sind hoffnungsvoll, dass wir in den nächsten 48 Stunden Fortschritte machen“, sagte er am Freitag vor Journalisten in Washington.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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