Atomwaffen
Nordkorea meldet Test einer Wasserstoffbombe

Nordkorea rühmt sich mit einem „Ereignis, das die Welt aufschreckt“: Das Land will erstmals eine Wasserstoffbombe „erfolgreich“ getestet haben. Die internationale Staatengemeinschaft reagiert prompt.
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Seoul/PekingWenn in Japan die Erde bebt, geht die Welt von einem Erdbeben aus. Registrieren die Seismographen allerdings Erdstöße in Nordkorea, wird sofort ein Atombombentest angenommen. So auch am Mittwochmorgen: Um 10 Uhr Ortszeit (nachts um 1:30 Uhr deutscher Zeit) registrierten die Seismographen weltweit ein Beben im Norden Koreas, just dort, wo das Atomtestzentrum Punggye-ri liegt.

Die Schätzungen über die Magnitude des Bebens schwankten zwischen 4,2 und 5,1 auf der Richter-Skala. Aber ausgerechnet Xinhua, die staatliche Nachrichtenagentur von Nordkoreas Verbündetem China, stellte schnell klar, dass nur eine wahrscheinlich unterirdische Explosion Ursache der Ausschläge hatte sein können. Das Epizentrum sei sehr flach gewesen.

Letzte Zweifel beseitigte nur drei Stunden später Nordkorea selbst – und dies mit einem Paukenschlag: Über seine Nachrichtenagentur KCNA reklamierte das Regime von Kim Jong-un, erstmals erfolgreich eine Wasserstoffbombe getestet zu haben.

Die Sprache der Erklärung war dementsprechend blumig: Es habe „ein Ereignis, das die Welt aufschreckt“ und in der 5000-jährigen Geschichte der Nation besonders vermerkt werden würde, begann die KCNA ihre Nachricht.

Die Wortwahl ist nicht einmal ganz unzutreffend. Denn der nach 2006, 2009 und 2013 vierte Atomwaffentest Nordkoreas wäre damit ein Novum. Und sollte er bestätigt werden können, würde er untermauern, dass Nordkoreas Atomprogramm trotz Sanktionen weiter fortgeschritten ist als gemeinhin angenommen.

Wasserstoffbomben verfügen über eine deutlich größere Sprengkraft als Atombomben. Bereits voriges Jahr hatte Diktator Kim erklärt, dass man nun auch die Technik für eine Wasserstoffbombe beherrsche. Südkoreanische Militärs hatten jedoch Zweifel daran geäußert, die die KCNA nun wie folgt beseitigt sah: „Der Versuch bedeutet eine höhere Stufe der Entwicklung der Atommacht der Demokratischen Volksrepublik Korea.“ Nordkorea trete nun „stolz der Riege fortgeschrittener Atommächte bei, die selbst die H-Bombe besitzen“, so KCNA.

Die internationale Staatengemeinschaft muss nun erst einmal versuchen, die Behauptungen Nordkoreas zu verifizieren. Außerdem wird Nordkoreas erneuter Verstoß gegen Uno-Resolutionen wahrscheinlich wieder scharfe verbale Verurteilungen und neue Sanktionen der internationalen Staatengemeinschaft nach sich ziehen. Die südkoreanische Regierung rief bereits eine Krisensitzung in Seoul ein.

Nach Angaben von Diplomaten will der Uno-Sicherheitsrat noch am Mittwoch zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Das Treffen hinter verschlossenen Türen soll am Vormittag (Ortszeit) in New York beginnen, wie Diplomaten sagten. Die Sitzung wurde demnach von den USA und Japan beantragt.

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Niemand glaubt ernsthaft an ein Einlenken Nordkoreas

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  • Ein Hund, den man in die Ecke drängt, beißt. Eine Wurst und gute Worte werden ihn hingegen eher aus der Ecke locken.

    In der Welt gibt es mehrere solche Ecken, leider. Daß UN-Resolutionen das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben sind, zeigt der Fall Isreal In über 50 Jahren wurde keine einzige befolgt, es sind ja auch die Freunde der USA. Jetzt haben wir dafür IS am Hals.

  • Die atomare Rüstung Nordkoreas ist ganz gewiß eine Gefährdung der internationalen Sicherheit. Das gilt insbesondere für die koreanische Halbinsel.

    Wenn man aber das im Verhältnis zu den USA geradezu erbärmlich kleine Arsenal Nordkoreas betrachtet, kann man die Dimensionen der Gefährdung besser einschätzen. Dies gilt insbesondere, wenn man die folgenden Tatsachen bedenkt:

    1. Die USA verstehen sich laut Obama als exzeptionelle und unverzichtbare Nation, die dazu berufen ist, als wohlwollendes, aber dann am Ende doch imperiales Machtzentrum der gesamten Welt zu agieren.

    2. Weder Rußland noch China werden bereit sein, sich diesem Hegemonialanspruch der USA kampflos unterzuordnen.

    3. Wenn die USA nicht einlenken und sich nicht mit einer multipolaren Weltordnung arrangieren, besteht die Gefahr, daß der Konflikt früher oder später militärisch ausgefochten wird. Die Stellvertreterkriege in der Ukraine und in Syrien sind ein bedrohliches Wetterleuchten am Horizont.

    4. Allein mit konventioneller Kriegführung werden die USA weder Rußland noch China unterwerfen können. Es ist also eine reale Gefahr denkbar, daß die verrückten und kriegslüsternen Neocons in den USA am Ende die Option eines atomaren Enthauptungsschlags in Erwägung ziehen, Vermutlich streben die USA deshalb danach, mit Militärstützpunkten in der Ukraine und in Georgien Rußland einzukreisen.

    Von diesen Stützpunkten aus könnten sie nämlich die verbunkerten Silos der Interkontinentalraken Rußlands hinter dem Ural mit hochpräzisen Marschflugkörpern in einem "Enthauptungsschlag" ausschalten und so die gegenseitige friedenserhaltende Abschreckung unterlaufen. Von den Stellungen in Deutschland und Polen aus ist das wegen der begrenzten Reichweite der Marschflugkörper nicht möglich.

    Deshalb ist das riesige atomare Vernichtungspotential der USA sehr viel gefährlicher für den Weltfrieden als die atomaren Waffen Nordkoreas.

  • Technisch gesehen ist der Bau einer Wasserstoffbombe wesentlich herausfordernder als der einer einfachen Kernspaltungsbombe. Es gilt viele physikalische und technische Herausforderungen zu lösen. Prof. Seifritz der sich einst in Deutschland, später der Schweiz ein wenig mit Kernsprengkörpern beschäftigte sagte hierzu..."Alle bislang veröffentlichten Prinzipien von Wasserstoffbomben enthalten mathematisch/physikalische Unstimmigkeiten".

    Meines Erachtens spricht viel dafür, dass es sich nicht um eine richtige Kernfusionsbombe, sondern um eine Kernspaltungsbombe mit LiD Boostern handelt. Die Wirkung ist dann um einige zig % höher als bei einer Kernspaltungsbombe.

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