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Atomwaffen: Obama will USA-Image durch Abrüstung polieren

Die USA wollen ihre Nuklearwaffenarsenale drastisch reduzieren. Das kündigte Präsident Barack Obama auf seiner Europareise an. Die Abrüstungsinitiative soll das unter George W. Bush stark beschädigte Image der USA aufbessern. Allerdings knüpft Obama einen Abbau von Atomwaffen an wichtige Bedingungen. Entscheidend ist, dass die anderen Staaten mitziehen.

Barack Obama nimmt in Prag ein Bad in der Menge. Der US-Präsident ist darum bemüht, das Image der USA zu verbessern. Quelle: dpa
Barack Obama nimmt in Prag ein Bad in der Menge. Der US-Präsident ist darum bemüht, das Image der USA zu verbessern. Quelle: dpa

BERLIN. Die USA wollen noch in diesem Jahr damit beginnen, ihr Atomwaffenarsenal zu reduzieren. Das kündigte US-Präsident Barack Obama in einer umjubelten Rede vor mehr als 20 000 Menschen in Prag an. Er entwarf dabei die Vision einer „atomwaffenfreien Welt“ und forderte die anderen Atomwaffenstaaten auf, seinem Beispiel zu folgen.

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Zugleich mahnte der amerikanische Präsident eine entschlossene Haltung der internationalen Staatengemeinschaft gegenüber Ländern wie Iran und Nordkorea an. Nur wenige Stunden vor Obamas Rede hatte das Regime in Nordkorea insbesondere seine Nachbarstaaten Japan und Südkorea mit dem Abschuss einer Langstreckenrakete provoziert. Die USA wollen wegen dieses Vorfalls nun den Uno-Sicherheitsrat anrufen.

Zum Abschluss einer einzigartigen Serie internationaler Gipfeltreffen in Europa (G20 in London, Nato in Straßburg und Kehl, EU-USA in Prag) lieferte Obama in Prag ein deutliches Bekenntnis zu einer stärkeren internationalen Zusammenarbeit. Es zeichne sich langsam eine Art Weltregierung ab. „Alle Nationen müssen zusammenkommen und eine stärkere, globalere Ordnung errichten“, sagte Obama. Dazu gehöre neben der zuvor in London besprochenen Neuordnung der Weltfinanzmärkte und dem gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel auch eine stärkere sicherheitspolitische Kooperation.

Die Regierung Obamas sieht dabei vor allem die Abrüstungsinitiative auch als Mittel, um das unter George W. Bush weltweit stark gesunkene Ansehen der USA wieder zu verbessern – ohne aber auf den eigenen Führungsanspruch zu verzichten. So hatte Obama auf dem Nato-Gipfel in Straßburg am Samstag betont, dass die US-Regierung nach Europa gekommen sei, „um zuzuhören, zu lernen und zu führen“.

Mit Genugtuung war in der US-Delegation deshalb auch vermerkt worden, dass nur der Einsatz des Präsidenten den Streit unter den europäischen Nato-Staaten um die Person des neuen Nato-Generalsekretärs beenden konnte. Erst Obama konnte in den letzten Minuten des Gipfels den türkischen Widerstand brechen gegen den deutsch-französischen Wunsch, den dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen zum Nato-Chef zu ernennen.

Bereits am Mittwoch hatten Obama und der russische Präsident Dmitrij Medwedjew neue amerikanisch-russische Abrüstungsgespräche über strategische Atomwaffen angekündigt. Neue Gespräche wollen Amerikaner, Europäer und Russen aber auch über die konventionellen Streitkräfte in Europa führen.

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