Atomwaffen Trump will zurück zum Wettrüsten

Einem Abkommen zwischen den USA und Russland nach sollen die Großmächte ihre Atomarsenale ab 2018 gleich groß halten. Doch US-Präsident Donald Trump will zurück in die Zeit des Kalten Kriegs - und droht erneut Nordkorea.
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„Solange Staaten Atomwaffen haben, werden wir im Rudel ganz oben stehen“

„Solange Staaten Atomwaffen haben, werden wir im Rudel ganz oben stehen“

WashingtonUS-Präsident Donald Trump will das Atomwaffenarsenal der USA ausbauen. Amerika müsse immer die führende Atommacht sein, selbst vor befreundeten Nationen, sagte er am Donnerstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. „Es wäre wunderbar, es wäre ein Traum, wenn kein Staat Atomwaffen hätte“, sagte Trump. „Aber solange Staaten Atomwaffen haben, werden wir im Rudel ganz oben stehen.“

In ersten Reaktionen kritisierten Abrüstungsbefürworter die Ankündigung. „Die Geschichte des Kalten Krieges zeigt, dass bei einem Rüstungswettlauf und einer waghalsigen Atompolitik niemand 'im Rudel' nach 'ganz oben' kommt“, sagte Daryl Kimball, Direktor der überparteilichen Arms Control Association. Die USA und Russland verfügten bereits über weitaus mehr Atomwaffen als zur Abschreckung nötig. Trumps Weltsicht zufolge sind die USA dagegen auf diesem Gebiet zurückgefallen.

Trump kritisierte in dem Reuters-Interview die jüngsten Raketentests von Nordkorea. „Wir sind sehr wütend“, sagte er. Eine denkbare Antwort darauf sei ein schnellerer Aufbau von Raketenabwehrsystemen für die verbündeten Staaten Japan und Südkorea. Es werde auch über sehr viel weitergehende Optionen diskutiert. Die Lage sei sehr gefährlich.

Der US-Präsident nahm die Regierung in Peking in die Pflicht: „Meiner Meinung nach könnte China das sehr schnell zu Ende bringen.“ Dass es mit Nordkorea so weit gekommen sei, sei auch die Schuld seines Vorgängers Barack Obama: „Ehrlich gesagt hätte sich schon die Obama-Regierung darum kümmern müssen.“

Trump hatte schon im Wahlkampf eine Stärkung der Raketenabwehr angekündigt. Sofort nach seiner Vereidigung am 20. Januar erklärte das Präsidialamt, man werde ein entsprechendes Programm gegen Angriffe aus Nordkorea und dem Iran auflegen. Einzelheiten wurden allerdings nicht bekannt.

Japanischen Medienberichten zufolge will die Regierung in Tokio Gespräche über die Stationierung von US-Abwehrsystemen der Typen Thaad und Aegis Ashore aufnehmen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte im vergangenen Jahr aus japanischen Regierungskreisen erfahren, dass Japan die geplanten Ausgaben von etwa einer Milliarde Dollar für derartige Verteidigungssysteme forcieren wolle.

Trump kritisierte in dem Interview zudem, dass Russland durch die Stationierung von Marschflugkörpern ein Abrüstungsabkommen von 1987 verletzt habe. Dies werde er mit Präsident Wladimir Putin erörtern, sollte er diesen treffen. Das mit der Regierung in Moskau 2010 geschlossene neue strategische Abrüstungsabkommen New START sei für die USA „ein weiteres schlechtes Geschäft“ gewesen. „Wir werden damit anfangen, gute Geschäfte abzuschließen.“

Das seit 2011 geltende New-START-Abkommen sieht vor, dass die USA und Russland ab Februar 2018 ihre Atomarsenale gleich groß halten. Nach Angaben der Abrüstungsgruppe Ploughshares Fund verfügen die USA über 6800 atomare Sprengköpfe und liegen damit hinter Russland mit 7000 Sprengköpfen. Laut Sipri Yearbook waren es Anfang 2016 in Russland 7290 und in den USA 7000 Sprengköpfe.

Gegenwärtig unternimmt das amerikanische Militär eine auf 30 Jahre angelegte Modernisierung seines Atomarsenals im Umfang von einer Billion Dollar. Viele Experten halten die Kosten des Programms für untragbar.

  • rtr
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  • ´appelliere´ sorry

  • Ich appeliere jetzt mal an die menschliche Ehre: am 4.12.2016 berichtet das HB, daß Putin das Wettrüsten wieder aufnehmen will. Da war Trunp noch nicht Präsident. Am 24.2.2017 soll dann Trump das Wettrüsten wieder starten. Dumm nur, daß einige Leser sich noch 3 Monate zurückerinnern können. Ganz so leicht wollen wir es dann doch nicht machen!

  • http://www.handelsblatt.com/politik/international/russland-putin-ruestet-fuer-den-kalten-krieg-2-0-auf/14921158.html
    Wie denn nun? Der eine darf, der andere nicht?

  • @Otto Berger
    Klar ist eine Friedenspoltiik mit einer Millitärischen Großmacht immer von Vorteil. Und wir haben ja gleich zwei Großmächte auf unserer Seite...Russland und die USA. Beide Großmächte stammen aus dem "Gen-Pool" Europa. Sollte man immer mal auch wieder daran erinnern. Auch Kanada, Australien, Südamerika gehören dazu. Genauso wie Südarfika.
    Europa bzw. die Völker Europas müssen sich jedoch immer wieder für die Zukunft fragen, wie Abhängig bzw. Unabhängig sie als Volk/Geselslchaft von einer dieser Großmächte USA und Russland sein wollen. Und was wird sein, wenn einer der Großmächte oder beide Großmächte zum Schwächeln beginnen....was bedeutet dies für unsere eigene Sicherheit und Schutz unserer Gesellschaft? Wie wird sich der Islam dieser Schwäche zu nutze machen...oder Nordkorea....was ist mit China der den vielen Warlords Gesellschaften in Afrika und weltweit...das sind doch die wesentichen Fragen für die Zukunft Europas.

  • Selbstverständlich kann sich Deutschland selbst verteidigen. Müssen eben aufrüsten, bei der Gelegenheit kann man die Ausländer, soweit brauchbar, in eine starke Armee einreihen und damit ernsthaft integrieren.

    Da ist so an etwa 1 Million Mann ständig unter Waffen zu denken, plus möglichst wenig Frauen, denn die sollten besser ganz weit hinten bleiben. Modernste Waffen, gut und teuer, sehr viele davon plus Munition für ernsthaften Kampf, gehören dazu.

    Und damit das Ganze auch fundamentiert ist, gehören Kernwaffen dazu.

    Jetzt ist es ja so, daß sogar schon der Däne, zumindest einzelne Politiker, die Grenze nach Süden verschieben will. Und unsere Politdarsteller sagen nix dazu.

  • @ Herr Hofmann Marc ....." Die europäischen Völker haben über Jahrzehnte ihre Armeen abgebaut und England und Frankreich als Atommacht werden in Zukunft auch erst einmal an sich selbst denken."
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    Die wirksamste Verteidigung der EU ist eine Friedenspolitik mit Russland, in deren Folge sich zusätzlich lukrative wirtschaftliche Entwicklungen ergeben können.
    Allerdings wurde lt. Mr. Friedman von STRATFOR seit 100 Jahren ein Zusammenarbeit Russlands mit Deutschland von den Anglo-Amerikanern hintertrieben.
    Deshalb muss es mit der Konfrontation weitergehen und natürlich gegen Russland gerüstet werden.

  • Ja und nun ?
    Was wollen wir Deutschen nun tun ?
    In einem Land wo es Kinderehen gibt, linken und anderen Fanatismus, Genderwahn usw.
    Wir benötigen starke Partner und einsatzbereite Streitkräfte.
    Wir könnten der Puffer sein zwischen Russland und USA !
    Das Problem nur....uns nimmt keiner erst,.
    Diese Verteidigungsministerin und eine komplett unfähige Politikerkaste, ich lach mich schlapp ( und der Rest der Welt auch ).
    Es wird Zeit, das unsere jungen Menschen ( gerade in den Universitäten ) aufwachen und Ihren eigenen Geist entfachen.
    Linkes Gequatsche führt nicht zum Erfolg, sondern aktives und strategisches Handeln.
    Eine Demokratie muss verteidigt werden ...nach allen Seiten.
    Bald ist Zahltag !

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @ Herr Moritz J. Mueller......." Auch Amerika kann, in der gegenwärtigen Situation, nur weiter aufrüsten wenn die FED mit spielt und nochmehr Geld dafür druckt."
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    Die FED wird solange mitspielen und Geld drucken, wie durch das US-Militär die Herrschaft des Dollars als Weltwährung gesichert bleibt.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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