Atomwaffenprogramm
Israel widerspricht Iran-Bericht der US-Geheimdienste

Nach Einschätzung amerikanischer Geheimdienste arbeitet der Iran seit Jahren nicht mehr an der Herstellung von Atomwaffen. Bereits 2003 habe Teheran die Entwicklung nuklearer Waffenarsenale eingestellt, heißt es in dem gestern veröffentlichten Bericht. Doch Israel widerspricht. Und in Deutschland fordert die SPD von Kanzlerin Merkel ein „deutliches Wort, gegenüber einem US-Präsidenten“.

mzi/HB WASHINGTON. Der Iran hat nach Einschätzung Israels sein Atomwaffenprogramm vermutlich wieder aufgenommen. Die Regierung in Jerusalem widersprach damit am Dienstag einem US-Geheimdienstbericht, demzufolge die Regierung in Teheran 2003 das Programm gestoppt und seitdem nicht weitergeführt hat.

Der Iran habe seine Aktivitäten in dem Bereich 2003 zwar für einen gewissen Zeitraum eingestellt, sagte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak am Dienstag im Radiosender des Militärs. Vermutlich habe das Land sein Atomwaffenprogramm seitdem aber wieder hochgefahren.

Der Westen verdächtigt den Iran, den Bau einer Atombombe anzustreben. Die Regierung in Teheran hat wiederholt erklärt, ihr Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zielen.

Der US-Geheimdienst hatte den Iran in einem am Montag veröffentlichten Bericht wegen seines Atomprogramms derzeit nicht als akute Bedrohung bezeichnet. Teheran reagiere im Atomstreit mit dem Westen auf diplomatischen Druck und habe sein Nuklearwaffenprogramm bereits im Herbst 2003 auf Eis gelegt.

Die Ergebnisse des National Intelligence Estimate“ (NIE) stehen in Widerspruch zur bisherigen Annahme, dass Iran mit Nachdruck an der Entwicklung atomarer Waffen arbeitet. 2005 war ebenfalls ein Bericht von US-Geheimdiensten zu dem Schluss gekommen, dass Iran an einem geheimen Waffenprogramm arbeite. Sollten sich aber nun diese jüngsten Geheimdiensterkenntnisse bestätigen, dann würden sie die bisherige Debatte über den Umgang mit Iran und mögliche Sanktionen grundsätzlich verändern.

Der Streit über das iranische Atomprogramm entzündete sich vor allem an der Frage, wie Teheran die angestrebten nukleartechnologischen Kenntnisse anwenden würde. Dabei war bisher stets von der Annahme ausgegangen worden, dass Iran den Ausbau der Atomkraft betreibt, um eine Atombombe entwickeln zu können. Erst im Oktober hatte US-Präsident George W. Bush von der Möglichkeit eines Dritten Weltkrieges gesprochen, sollte Iran Atomwaffen besitzen.

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