Atomwaffenprogramm
Nordkorea droht mit Atomschlag

Im Streit um sein Atomwaffenprogramm hat das kommunistische Nordkorea seine aggressive Rhetorik verstärkt. In einem Kommentar der staatlich kontrollierten Zeitung „Minju Choson“ hieß es am Dienstag, Nordkorea würde nötigenfalls auch vor einem Angriff mit Nuklearwaffen nicht zurückschrecken.

HB SEOUL. Das Land verfüge über atomare Abschreckungskapazitäten, die ein „mächtiges Verteidigungsmittel zur Wahrung von Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und in der angrenzenden Region“ seien. „Sie werden zu einem Mittel erbarmungsloser Angriffe gegen solche, die unsere Souveränität auch nur leicht verletzen.“

In Südkorea werteten Beobachter den Kommentar als erneuten Einschüchterungsversuch aus Nordkorea, um den Weltsicherheitsrat von einer harten Bestrafung des Landes für dessen zweiten Atomtest vor mehr als zwei Wochen abzuhalten. Pjöngjang hatte nach dem weltweit verurteilten Atomtest vom 25. Mai damit gedroht, im Falle einer Strafe weitere „Selbstverteidigungsmaßnahmen“ zu ergreifen. Nach Berichten der nationalen südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap war es am Dienstag das erste Mal, dass Nordkorea sein Atomprogramm auch als Mittel für mögliche künftige Angriffe beschrieben habe.

Im UN-Sicherheitsrat wird zurzeit über eine Resolution zum nordkoreanischen Atomtest debattiert. Die Resolution könnte zu einer nochmaligen Verschärfung von Sanktionen gegen Pjöngjang führen. Die UN hatten bereits nach dem ersten Atomtest Nordkoreas im Oktober 2006 eine Reihe von Strafmaßnahmen gegen das Land verhängt.

Der südkoreanische Unterhändler für die internationalen Atomgespräche mit Nordkorea, Wi Sung Lac, sagte am Dienstag in Seoul, dass die Mitglieder des Sicherheitsrates kurz vor einer Einigung auf eine neue Resolution gegen Nordkorea stünden. Er erwarte, dass die Resolution am Mittwoch oder Donnerstag vorliegen könnte, sagte Wi vor Journalisten kurz vor der Abreise zu einem Besuch in China.

Unterdessen haben die Familien von zwei in Nordkorea verurteilten Journalistinnen die Regierung in Pjöngjang um die Freilassung der beiden Frauen gebeten. In einem am Montag veröffentlichten Schreiben heißt es, Laura Ling habe eine ernste Krankheit, die sich durch eine Haft in einem Arbeitslager noch verschlimmern werde. Euna Lee habe eine vier Jahre alte Tochter, die sich um ihre Mutter zu sorgen beginne, hießt es weiter.

Die zwei Journalistinnen waren am Montag zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Den beiden 32 und 36 Jahre alten Amerikanerinnen werden illegale Einreise und „Feindseligkeit gegen das koreanische Volk“ vorgeworfen. Beobachter vermuten, dass Nordkorea die Frauen als Druckmittel benutzen will, um Verhandlungen mit den USA zu erzwingen.

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