Atomwaffenprogramm
Nordkorea lässt Atomrunde platzen

Die Verhandlungen über eine Beendigung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms sind ins Stocken geraten. Weil Nordkorea auf die Rückgabe eingeforener Gelder wartet, ließ es eine geplante Gesprächsrunde platzen. Die Verzögerung könnte Konsequenzen haben – und verhandeln will das Land erst wieder nachdem das Geld auf einem entsprechenden Konto gutgeschrieben wurde.

HB PEKING. Nordkorea will Diplomaten zufolge erst wieder an den Gesprächen teilnehmen, wenn von den USA eingefrorene Gelder des kommunistischen Landes wie versprochen freigegeben worden sind. „Es gab keinen Fortschritt heute,“ sagte der japanische Chefunterhändler Kenichiro Sasae am Dienstag. Nordkorea habe angekündigt, solange nicht an Gesprächen teilzunehmen, bis es bestätigen könne, dass die Gelder auf sein Konto in China übertragen worden seien, sagte der Diplomat weiter. Chinesischen Angaben zufolge wurde das für Dienstag geplante Treffen der Chefunterhändler abgesagt.

Ein Unterhändler Südkoreas war jedoch optimistisch, dass die von Nordkorea erhobenen Forderungen womöglich bereits über Nacht erfüllt werden. „Wir rechnen damit, dass es morgen Vormittag Sechs-Parteien-Gespräche auf höchster Ebene geben wird“, sagte Lim Sung Nam. Der genaue Zeitpunkt der Transaktion hängt Berichten zufolge von Gesprächen zwischen Nordkorea und Macau ab. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete unter Berufung auf Bankenkreise aus Macau, das Geld werde am Mittwochmorgen überwiesen.

Verwirrung herrschte ferner über Angaben eines japanischen Diplomaten, wonach Nordkorea die im Februar vereinbarte 60-Tage- Frist für die Schließung seiner Atomanlagen verschieben und erst von dem Tag an rechnen wolle, an dem die Gelder auf dem Konto des Landes bei der Bank of China eingetroffen seien. Die USA erwarten aber, dass sich Nordkorea unverändert an die bisher geltende Frist bis Mitte April hält, wie US-Unterhändler Christopher Hill deutlich machte.

Die Verhandlungen sollten ursprünglich am Dienstag starten und bis Mittwoch dauern. Hill zufolge soll es dabei vor allem um konkrete Schritte zur bereits vereinbarten Abschaltung des nordkoreanischen Atomreaktors Yongbyon, der waffenfähiges Plutonium produzieren kann.

Die USA hatten am Montag zugesagt, die rund 25 Mill. Dollar von einem bislang gesperrten Konto in Macau zu der chinesischen Bank zu transferieren. Nordkorea hatte im Gegenzug versichert, das Geld für humanitäre Zwecke und Bildung einzusetzen. Wegen des Streits um die eingefrorenen Finanzen hat das verarmte Nordkorea die Sechs-Parteien-Gespräche bereits zuvor über ein Jahr lang boykottiert. Erst im Dezember kehrte das kommunistische Land an den Verhandlungstisch zurück. An den Sechs-Parteien-Gesprächen sind neben Nord- und Südkorea auch die USA, Japan, Russland und China beteiligt.

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