Atomwaffensperrvertrag in Gefahr
USA geraten wegen taktischer Nuklearwaffen in die Kritik

Die USA, die bei dem vierwöchigen Treffen im Uno-Hauptquartier vor allem Iran und Nordkorea am Pranger sehen wollen, sind wegen ihrer Pläne zur Entwicklung neuartiger taktischer Nuklearwaffen selbst in die Kritik geraten

HB NEW YORK. Diese Einschätzung teilen durchaus nicht wenige Politiker und Militärexperten aus aller Welt, die sich von diesem Montag an bemühen, den 35 Jahre alten Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen zu retten. Die USA, die bei dem vierwöchigen Treffen im Uno-Hauptquartier vor allem Iran und Nordkorea am Pranger sehen wollen, sind wegen ihrer Pläne zur Entwicklung neuartiger taktischer Nuklearwaffen selbst in die Kritik geraten.

„Amerikanische Führer erklären zwar, die Welt vor der Verbreitung (von Atomwaffen) im Irak, in Libyen, Iran und Nordkorea zu schützen, doch sie selbst missachten Verträge und haben zudem Pläne für die Entwicklung neuer Waffen bestätigt“, zitierte die „Financial Times“ keinen geringeren als Ex-Präsident Jimmy Carter.

Auch Nato-Partner haben Washington darauf hingewiesen, dass der Sperrvertrag mehr vorsieht, als allein die Nichtverbreitung von Kernwaffen zu sichern. Mit dem 1970 in Kraft getretenen Abkommen verpflichteten sich die Atommächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien, ihre Arsenale abzubauen - als Gegenleistung für den Verzicht anderer auf derartige Waffen.

Echte Chancen schien es dafür nach dem Ende des Kalten Krieges zu geben. Bei der letzten Überprüfungskonferenz im Jahr 2000 wurde gar ein entsprechender 13-Punkte-Plan angenommen. Er sah unter anderem vor, dass Atommächte den Stellenwert von Kernwaffen in ihrer Sicherheitsdoktrin verringern. Ein Signal an atomare Habenichtse: Niemand droht euch mit Kernwaffen, also braucht ihr auch keine.

Doch das war in einer anderen Ära - eineinhalb Jahre vor der Zerstörung des World Trade Centers am 11. September 2001. „Die Bush- Regierung sieht heute in Atombomben an sich kein Problem“, sagt ein hochrangiger europäischer Diplomat. „Die „Guten“ sollen ihre Nuklearwaffen modernisieren dürfen, den „Bösen“ sollen nicht nur Bomben, sondern sicherheitshalber auch Kernkraftwerke versagt bleiben.“

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