Attacke des Präsidenten
Obama wirft Republikanern Sozialdarwinismus vor

Barack Obama schaltet auf Wahlkampfmodus. Mit seinem Kernthema „soziale Gerechtigkeit“ will er im bevorstehenden US-Wahlkampf punkten. Die Republikaner greift er frontal an.
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WashingtonGut ein halbes Jahr vor den Wahlen greift US-Präsident Barack Obama die Republikaner frontal an. In einer Rede in Washington warf er ihnen am Dienstag „Sozialdarwinismus“ vor. Bei den Sparplänen der Konservativen handele es sich um ein „trojanisches Pferd“. In Wirklichkeit gehe es den Republikanern darum, die Gesellschaft radikal zu verändern.

Sie verfolgten eine „radikale Vision“ für die Nation und hätten sich so weit nach rechts bewegt, dass selbst die einstige Symbolfigur Ronald Reagan heute keine republikanische Vorwahl mehr gewinnen könne, sagte Obama.

Es ist die bislang schärfste Attacke Obamas auf die Republikaner, die derzeit noch in Vorwahlen ihren Herausforderer für die Präsidentenwahlen am 6. November suchen. Obama nahm in seiner Rede vor Zeitungsverlegern vor allem die neusten Etatvorschläge der Opposition aufs Korn. Diese sehen für 2013 Einsparungen in Höhe von mehreren Billionen Dollar vor - darunter starke Einschnitte im Sozialbereich.

„Verdeckt als ein Plan zur Verringerung des Defizits, handelt es sich in Wirklichkeit um einen Versuch, dem Land eine radikale Vision aufzuzwingen“, meinte Obama. Wörtlich: „Es handelt sich um einen nur zart verschleierten Sozialdarwinismus.“

Obama warnte erneut, bei der Abstimmung im November gehe es um eine Richtungswahl, die entscheidende Auswirkungen auf die Zukunft der amerikanischen Gesellschaft habe. Es gehe nicht um eine „Feld-Wald-und Wiesendebatte“.

Zwar hatte Obama bereits mehrfach signalisiert, dass er die Frage der sozialen Gerechtigkeit zum Hauptwahlkampfthema machen wolle, aber noch nie zuvor hat er die Republikaner derart direkt ins Visier genommen. Zugleich schießt sich Obama auch erstmals auf den Multimillionär und Ex-Gouverneur Mitt Romney als wahrscheinlichen Gegner im November ein. In seinem neuesten Wahlwerbespot greift er Romney als Unterstützer von „Big Oil“ an, der mächtigen Ölindustrie.

Obama wirft den Republikanern vor allem vor, dass sie zwar Sozialprogramme radikal kürzen, zugleich aber Steuervorteile der Reichen nicht antasten wollen. Dies gehe auch auf Kosten des Mittelstandes. Dagegen werfen die Republikaner Obama vor, er sei verantwortlich für die lahme Konjunktur und hohe Arbeitslosigkeit. Außerdem seien die Schulden unter der Regierung Obama massiv angewachsen.

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Kommentare zu " Attacke des Präsidenten: Obama wirft Republikanern Sozialdarwinismus vor"

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  • Obama betreibt schamlose Demogogie. Der Ryan Budget beinhaltet nichts von dem was Obama unterstellt. Er tut das wissentlich und ohne selbst einen Haushaltplan vorgelegt zu haben. Diese Propaganda Rede des Präsidenten war einfach nur verlogen und peinlich.

  • freedom.fighter

    Der Sozialist Obama: lol, den male ich mir hier ins Poesiealbum "Für Elise".

    Ihr "quasi religiöser Aberglaube" zu dem Sie 'soziale Gerechtigkeit' proklamieren wollen in allen Ehren: Viele Quäker und Puritaner hatten vor der französischen Revolution von Europa nach Amerika 'rübergemacht und dabei überhaupt keine Probleme gehabt, das Land mit Hilfe von Sklaven zu "kultivieren".

    Die USA können also nicht wissen, was das gewesen ist: die französische Revolution.

    Nur so erklärte sich Ihr Diktum, dessen Konsequenzen man nichteinmal dem schlimmsten Feind der Menschen, ihrer Dummheit, wünschen möchte.

    Da in the land of freedom and friendly blood indes die Handfeuerwaffe zur Grundausstattung zu gehören scheint möchte man sich auch garnicht erst vorstellen müssen, was es bedeutet, wenn Amerikaner tatsächlich mal aufeinander losgehen sollten.

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