Attentäter sprengt sich in Moschee in die Luft
Zahlreiche Tote bei Anschlag in Pakistan

In einer überfüllten Moschee in Pakistan hat sicch ein Selbstmordattentäter während des Freitagsgebets in in die Luft gesprengt und mindestens 21 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 40 Menschen wurden bei dem Anschlag in der ostpakistanischen Stadt Sialkot verletzt.

HB ISLAMABAD. In der Zainabya-Moschee hatten sich zum Zeitpunkt der Explosion mehr als 1000 schiitische Moslems versammelt. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

„Es war eine massive Explosion, die noch in einer Entfernung von mehreren Meilen zu hören war“, sagte ein Polizeisprecher in Sialkot, rund 170 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Islamabad. „Der Boden der Moschee ist übersät mit Leichenteilen, überall ist Blut.“ Die Explosion riss einen mehr als 60 Zentimeter tiefen Krater in die Erde, wie ein lokaler Fernsehsender berichtete.

Nach dem Anschlag zogen mehrere hundert aufgebrachte schiitische Moslems durch die Straßen der Stadt. Sie setzten Polizeiangaben zufolge eine Tankstelle und zwei Polizeiwagen in Brand und schleuderten Steine auf Gebäude in der Nähe der Moschee.

Schiitische Moslems bilden in Pakistan mit rund 20 Prozent der Bevölkerung eine Minderheit. In der Vergangenheit waren immer wieder sunnitische Moslems für Anschläge auf schiitische Moscheen in der südpakistanischen Hafenstadt Karatschi verantwortlich gemacht worden. Einige militante sunnitische Gruppen haben Beziehungen zur Extremisten-Organisation Al-Kaida von Osama bin Laden. Sie werden auch für Anschläge auf Vertreter der pakistanischen Regierung verantwortlich gemacht, weil diese den von den USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ausgerufenen Kampf gegen den internationalen Terrorismus unterstützt hat.

Der pakistanische Informationsminister Sheikh Rashid Ahmed sagte der Nachrichtenagentur Reuters, bei dem Anschlag könnte es sich um eine Vergeltungsaktion für den Tod des bis dahin meistgesuchten Extremisten in Pakistan, Amjad Hussain Farooqi, handeln. Farooqi war am Sonntag getötet worden. Er stand im Verdacht, zwei Attentate auf den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf im vergangenen Dezember verübt zu haben. Außerdem wurde er im Zusammenhang mit der Entführung und Ermordung des US-Journalisten Daniel Pearl vor zwei Jahren gesucht.

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