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06.08.2008 
Selbstmordanschlag in Afghanistan

Attentäter verletzt Bundeswehrsoldaten schwer

Auf die Bundeswehr in Afghanistan ist erneut ein Selbstmordanschlag verübt worden. Drei deutsche Soldaten wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.

HB POTSDAM. Der Attentäter griff die Patrouille etwa 35 Kilometer südlich von Kundus von einem Motorrad aus an. Die Opfer wurden mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Masar-i-Scharif gebracht. "Ihr Zustand hat sich inzwischen stabilisiert", sagte ein Bundeswehrsprecher.

Kundus gilt als gefährlichste Unruheregion im Norden Afghanistans, für den die Bundeswehr die militärische Verantwortung trägt. Die Bundeswehr war dort schon häufig Ziel von Anschlägen und Angriffen. Im Mai 2007 waren drei Bundeswehr-Soldaten bei einem Anschlag auf einem belebten Markt in Kundus getötet worden.

Unterdessen gab das Auswärtige Amt (AA) in Berlin bekannt, dass in Afghanistan auch erneut ein Deutscher entführt wurde. Die Tat hat vermutlich einen kriminellen Hintergrund. Der Krisenstab des Außenministeriums weiß nach Angaben des AA-Sprechers Jens Plötner seit dem 29. Juli über den Fall Bescheid. Man gehe von einer „verbrecherischen Entführung“ aus. Aus Sicherheitskreisen in Kabul hieß es, der Geschäftsmann sei seit rund einem halben Jahr wieder in Afghanistan und in der Hauptstadt Kabul entführt worden.

Es ist der zweite ungelöste Entführungsfall eines Bundesbürgers in Afghanistan: Am 16. Dezember 2007 wurde der Deutsche Harald Kleber in der Provinz Herat im Westen des Landes entführt. Sein Schicksal ist weiter ungewiss. Wie die Selbstmordanschläge haben auch Entführungen mit kriminellem Hintergrund in Afghanistan zugenommen.

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