Attentat auf republikanische Politiker
Angeschossener US-Kongressabgeordneter weiter in Lebensgefahr

Nach dem Attentat auf ein Baseballtraining republikanischer Politiker schwebt der Abgeordnete Steve Scalise weiter in Lebensgefahr. Republikaner wie Demokraten rufen nach der Schießerei zur Einigkeit auf.
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AlexandriaNach Schüssen auf den US-Kongressabgeordneten Steve Scalise bei einem Baseball-Training ist der 51-Jährige am Donnerstag weiter in kritischem Zustand gewesen. Nach einer sofortigen Operation am Mittwoch seien weitere Eingriffe notwendig, teilten die behandelnden Ärzte mit. Eine Kugel sei in die Hüfte eingedrungen, habe Knochen zerschmettert und innere Organe verletzt. Es sei zu starken Blutungen gekommen, mehrere Transfusionen seien notwendig gewesen. US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania besuchten Scalise noch am Abend der Tat im Krankenhaus.

Neben dem Republikaner Scalise wurden mit Roger Williams ein weiterer Abgeordneter, zwei Polizisten, ein Mitarbeiter eines Abgeordneten und ein Lobbyist verletzt. Der Täter starb. Polizisten und Leibwächter hatten auf ihn geschossen.

Die republikanischen Abgeordneten hatten in Alexandria unweit des Pentagons für ein traditionelles Benefiz-Baseball-Match gegen eine Mannschaft der Demokraten trainiert, das trotz der Vorkommnisse am Donnerstagabend ausgetragen werden sollte.

Betroffene schilderten dramatische Szenen. Kongressmitarbeiter Zach Barth, der von einer Kugel in der Wade getroffen worden war, habe sich in den tieferliegenden Graben der Reservebank des Spielfeldes geschleppt. „Ich spürte einen stechenden Schmerz. Dann wusste ich: Jetzt muss ich laufen“, sagte er bei CNN. Er rettete sein Leben mit einem Sprung in den Graben, wo er in den Armen des ebenfalls verletzten Kongressabgeordneten Roger Williams gelandet sei.

Polizisten und Leibwächter schossen auf den Täter und überwältigten ihn. Der Mann erlag seinen Verletzungen. Nach FBI-Angaben wurden „mehrere Schusswunden am Rumpf“ offiziell als Todesursache angegeben.

Das FBI bestätigte, dass es sich bei dem Schützen um einen 66 Jahre alten Mann aus dem Bundesstaat Illinois handelte. Er habe sich seit März in der Region aufgehalten und in seinem Lieferwagen gelebt. Man ermittele weiter zu den Hintergründen und Motiven des Täters, hieß es in einer Mitteilung der Bundespolizei. Der Mann habe ein Gewehr und eine Pistole bei sich gehabt.

Scalise ist „Majority whip“ im Abgeordnetenhaus, das ist eine Art Fraktionsgeschäftsführer der Republikaner. Scalise ist damit die Nummer drei der republikanischen Mehrheitsfraktion nach dem Vorsitzenden (Speaker) Paul Ryan und Fraktionschef Kevin McCarthy. Wegen seiner hohen Position wurde er neben Leibwächtern auch von der Capitol Police zu dem Sportplatz begleitet. Möglicherweise rettete das ihm und weiteren Anwesenden auf dem Trainingsplatz das Leben.

Der Zwischenfall geschieht in den USA vor dem Hintergrund eines politischen Klimas, das seit dem Wahlkampf 2016 und dem Amtsantritt Trumps bereits äußerst angespannt ist. Die Gräben zwischen politischen Gegnern und Parteien sind tief wie selten. Es war nach einer Zählung der „Washington Post“ bereits das 154. Vorkommnis am 169. Tag des Jahres, bei dem mindestens vier Menschen durch Schusswaffen verletzt wurden.

Trump rief die Menschen im Land dazu auf, zusammenzustehen. „Wir sind am stärksten, wenn wir vereint sind, wenn wir gemeinsam für das öffentliche Wohl arbeiten.“ Allerdings machten Politiker und Berater aus dem Trump-Lager schon am Mittwoch Stimmung gegen die politische Linke.

Der Präsident bedankte sich bei den Sicherheitskräften. Den beiden Polizisten von der Capitol Police und ihren „heroischen Taten“ sei es zu verdanken, dass nicht noch Schlimmeres passiert sei, erklärte er. Die Tat ereignet sich am 71. Geburtstag des Präsidenten.

Der Abgeordnete Mo Brooks aus Alabama sagte dem Sender CNN, der Täter habe es offensichtlich auf Politiker abgesehen gehabt. Der mutmaßliche Schütze hatte sich während des Vorwahlkampfes für den linken Senator Bernie Sanders engagiert. Dieser distanzierte sich in deutlichen Worten von dem Mann.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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