Attentat in Kabul
Anschlag soll deutschem Kommandeur gegolten haben

Der in Afghanistan getötete Bundeswehrsoldat ist in Deutschland mit militärischen Ehren empfangen worden. Möglicherweise soll der Selbstmordanschlag eigentlich dem Kommandeur der deutschen Isaf-Truppen, Brigadegeneral Ammon, gegolten haben. Bei Bund und Nato herrscht Uneinigkeit über die Fortführung der ISAF-Schutztruppen.

HB KÖLN/KABUL/BERLIN/BRÜSSEL. Eine Maschine der Luftwaffe mit dem Leichnam des 44-jährigen Oberstleutnants der Reserve landete am Abend auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Wahn. Dort wurde der getötete Soldat aus Bayern mit militärischen Ehren empfangen. An der Trauerfeier nahmen neben Angehörigen unter anderem Verteidigungsminister Peter Struck (SPD), der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan und der Generalkonsul Afghanistans teil.

Am vergangenen Montag war der Bundeswehrsoldat bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul ums Leben gekommen. Zu den Attentaten bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Das Verteidigungsministerium in Berlin teilt mit, dass der getötete Soldat und die beiden verletzten Feldjäger aus Bayern stammen. Die zwei Verletzten - ein 38-jähriger Hauptfeldwebel und ein 31-jähriger Oberfeldwebel - waren bereits am Dienstag nach Deutschland zurückgeholt worden. Sie werden im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz behandelt. Sie seien in einem stabilen Zustand, teilte ein Bundeswehrsprecher der Dienstelle im bayerischen Murnau mit.

Zur Untersuchung des Anschlags traf am Mittwoch ein Expertenteam des Bundeskriminalamtes (BKA) aus Terrorismusermittlern und Tatort- Experten in Kabul ein. Ziel des Anschlags sei eigentlich das Fahrzeug gewesen, in dem sich Ammon befunden habe, berichtete die Zeitung „Die Welt“ unter Berufung auf Bundeswehrkreise. Die radikal-islamischen Taliban, die sich zu dem Anschlag bekannt hatten, hätten offenbar konkrete Informationen über die Bewegungen der deutschen Truppen in Kabul. Das Bundesverteidigungsministerium bezeichnete den Bericht als Spekulation. Die Ermittlungen laufen noch.

Die „Welt“ berichtete, die deutschen Truppen in Afghanistan hätten bereits seit Beginn ihres Einsatzes ein massives Problem mit einheimischen Spionen. In den Jahren der sowjetischen Besatzung des Landes seien zahlreiche Afghanen zur Ausbildung in die DDR geschickt worden und hätten dort die deutsche Sprache gelernt. Die Taliban und andere Extremistenorganisationen würden deutschsprachige Afghanen gezielt als Hilfspersonal in die Bundeswehr-Stützpunkte einschleusen.

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