Attentat in Pakistan: Papst verurteilt Anschlag als „feiges Verbrechen“

Attentat in Pakistan
Papst verurteilt Anschlag als „feiges Verbrechen“

Ein Attentäter hat sich in einem Park in Lahore in die Luft gesprengt – 70 Menschen sterben, unter den Opfern sind viele Kinder. Eine Splittergruppe der Taliban bekannte sich zu der Tat. Ziel des Anschlags waren Christen.

Anschlagziel Spielplatz: Bei einem Bombenattentat in einem Park in der pakistanischen Stadt Lahore sind mindestens 70 Menschen getötet worden. Mehr als 300 Personen hätten Verletzungen erlitten, sagte ein Sprecher der Notfallbehörde der Stadt. Polizeichef Haider Ashraf sagte, die Explosion habe sich in der Nähe mehrerer Kinderkarussells ereignet und sei wohl ein Selbstmordattentat. Eine Splittergruppe der pakistanischen Taliban bekannte sich zu dem Anschlag und erklärte, es seien gezielt Christen ins Visier genommen worden.

Papst Franziskus verurteilte den blutigen Selbstmordanschlag als „feiges und sinnloses Verbrechen“. „Das heilige Osterfest ist von einem abscheulichen Attentat mit Blut befleckt worden, das viele unschuldige Menschen in den Tod gerissen hat, größtenteils Familien der christlichen Minderheit“, sagte Franziskus am Montag am Ende des Regina-Caeli-Gebetes, das in der Osterzeit statt des Angelus gebetet wird. Er sei den Angehörigen der Opfer nah und bitte die Gläubigen, ebenfalls für die Toten und ihre Lieben zu beten.

Die pakistanischen Behörden rief der Papst auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um der Bevölkerung Sicherheit zu garantieren, besonders den religiösen Minderheiten. „Ich wiederhole noch einmal, dass Gewalt und mörderischer Hass nur zu Schmerz und Zerstörung führen“, so das Kirchenoberhaupt. „Respekt und Brüderlichkeit sind der einzige Weg, um Frieden zu erreichen.“

Ministerpräsident Nawaz Sharif berief eine Krisensitzung ein, um die Sicherheitslage in Lahore zu prüfen. Deutschland und die USA verurteilten die Bluttat scharf.

Polizeichef Ashraf sagte, die Ermittlungen zum Anschlag seien noch im Gange. Viele Verwundete seien so schwer verletzt, dass die Zahl der Toten noch steigen könne. In dem Park Gulshan-e-Iqbal hätten zahlreiche Christen Ostern gefeiert. Viele Familien seien bereits auf dem Rückweg gewesen, als es zur Detonation gekommen sei. Polizisten und private Sicherheitsdienste seien im Park postiert worden. „Wir sind in einer kriegsähnlichen Situation. Es gibt immer eine allgemeine Bedrohung, aber für diesen Ort hatten wir keine besondere Warnung“, sagte Ashraf.

Aufnahmen lokaler Fernsehstationen zeigten, wie Menschen mit Kindern in den Armen aus dem Park rannten. Andere trugen Verletzte. Eine schluchzende Frau suchte verzweifelt nach ihrem fünfjährigen Sohn. Ein Mann berichtete, er sei mit seiner Frau und zwei Kindern auf dem Weg zu dem Spielplatz gewesen, als er eine gewaltige Explosion gehört habe, die alle vier zu Boden geschleudert habe. Ein Augenzeuge berichtete AP, er habe 20 Kinder ins Krankenhaus gebracht und drei Leichen in ein Polizeiauto getragen.

Die Verwundeten wurden in sechs Krankenhäuser gebracht. Die Provinzregierung rief zu Blutspenden auf. Viele der Verletzten seien in kritischem Zustand. Die Regierung des Punjab ordnete eine dreitägige Trauer an und versprach, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Pakistans Armeechef Raheel Sharif berief eine Dringlichkeitssitzung der Geheimdienste ein. Dabei wurden Wege erörtert, wie die Urheber der Bluttat aufgespürt werden könnten, sagte Sprecher Asim Saleem Bajwa.

Der Sprecher der Taliban-Gruppe Jamaat-ul-Ahrar, Ahsanullah Ahsan, sagte AP, das Selbstmordattentat sei bewusst auf Christen verübt worden. Er drohte mit weiteren Anschlägen. Die Gruppe hatte unter anderem im Dezember bei einem Selbstmordattentat auf ein Regierungsbüro in der Stadt Mardan mindestens 26 Menschen getötet.

Das Bundesaußenministerium verurteilte den Anschlag. Der Terrorismus richte sich in seinem mörderischen Wahn gegen alle Menschen, gleich welchen Glaubens und welcher Hautfarbe, erklärte eine Sprecherin. Die Bundesregierung trauere mit Pakistan um die Opfer und sei in Gedanken bei den Angehörigen und Verletzten.

Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Ned Price, sprach von einem feigen Akt. Die USA würden mit Pakistan und ihren Partnern an der Ausrottung des Terrorismus arbeiten.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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