Attentat vereitelt
El Kaida bekennt sich zum Anschlagsversuch

Das Terrornetzwerk El Kaida hat sich als Drahtzieher des Anschlagsversuch auf die Erdölraffinerie Abkaik im Osten von Saudi-Arabien zu erkennen gegeben.

HB WASHINGTON/RIAD. Die Terrorgruppe habe die Bekennerbotschaft auf einer Internetseite veröffentlicht, berichtete der US-Nachrichtensender CNN in der Nacht zum Samstag. Der Anschlag sei Teil „des Projekts, die arabische Halbinsel von den Ungläubigen zu befreien“, hieß es in der Erklärung, deren Echtheit zunächst nicht überprüft werden konnte. Die Interseite sei schon vorher von El Kaida für Mitteilungen genutzt worden. Die Gruppe bezeichnete sich selbst als „El Kaida auf der arabischen Halbinsel“, hieß es bei CNN.

Saudi-arabische Wachleute vereitelten am Freitag einen Selbstmordanschlag auf die Raffinerie. Wie aus dem Innenministerium in Riad verlautete, fuhren die Attentäter mit zwei Autos auf die Raffinerie, eine der größten Rohöl-Verarbeitungsanlagen der Welt, zu, wurden aber durch saudische Sicherheitskräfte an einem der äußeren Eingänge mit Schüssen gestoppt. Die beiden Autos der Terroristen explodierten. Den Quellen zufolge wurden zwei Wachleute schwer verletzt.

Der saudische Erdölminister Ali Ibrahim al-Naimi bestätigte den Anschlagversuch. In einem Labor, das zur Raffinerie gehört, sei ein kleiner Brand ausgebrochen, der rasch unter Kontrolle gebracht werden konnte. Das Funktionieren des Labors sei nicht beeinträchtigt worden. Auch auf die Erdöl- und Erdgasproduktion und -verarbeitung habe sich das Attentat nicht ausgewirkt. Der angegriffene Eingang der Raffinerie liegt etwa anderthalb Kilometer von den eigentlichen Verarbeitungsanlagen entfernt.

Saudi-Arabien ist der weltgrößte Ölproduzent. Abkaik ist nach Darstellung von Ölfachleuten die wichtigste Sammelstelle für saudi- arabisches Öl. Dort wird es für den Export bearbeitet. Etliche Details des Anschlagversuch blieben zunächst unklar.

Medienberichte sprachen von einem dritten Attentäterwagen, aus dem heraus die Sprengladungen in den beiden anderen Autos per Fernzündung zur Detonation gebracht worden sein sollen. Auch dass drei Sicherheitsmänner bei dem Anschlag ums Leben gekommen seien, wurde im Riader Innenministerium nicht bestätigt. Zur Zahl der getöteten Terroristen gab es ebenfalls keine offiziellen Angaben.

Auch die Identität der Attentäter blieb zunächst unklar. Das Terrornetzwerk El Kaida, das der Saudi Osama bin Laden anführt, hatte in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, die Erdölanlagen des größten Öl-Exporteurs Saudi-Arabien angreifen zu wollen.

Der Anschlag hat den Rohölpreis kräftig steigen lassen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) amerikanischen Leichtöls schnellte am Freitag an der New Yorker Börse um über zwei Dollar in die Höhe und schloss bei 62,91 Dollar.

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