Auch ausländische Urlauber kamen ums Leben
Mehr als 17 000 Todesopfer befürchtet

Die Zahl der vermuteten Todesopfer der verheerenden Seebebenwelle muss beinahe stündlich angehoben werden. Allein in Sri Lanka bestätigten die Behörden inzwischen mehr als 10 000 Tote.

HB TOKIO. Mehr als einen Tag nach dem schweren Sumatra-Beben und den gewaltigen Flutwellen ist das ganze Ausmaß der Katastrophe in Asien noch immer nicht abzusehen. Die Zahl der Opfer steigt ständig weiter. Die Zahl der Toten in den betroffenen Ländern könne sich an die 15 000 nähern, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am frühen Montagnachmittag (Ortszeit) unter Berufung auf Berichte örtlicher Behörden und Medien. Durch ständig steigende bekannte Opferzahlen wird mittlerweise jedoch mit zwischen 17 000 und 20 000 Toten gerechnet.

Die Zahl der Toten nach dem Seebeben hat sich in Sri Lanka am Montag um mehr als 5 000 auf 10 029 erhöht. Dies teilte ein Militärsprecher in Colombo mit. Etwa eine Million Bewohner des Inselstaates seien von der Naturkatastrophe betroffen, hieß es. Auch an der Ostküste Indiens wurden nach Behördenangaben vom Montag mindestens 6 000 Menschen durch die Flutwellen getötet, die das schwere Beben vor Sumatra am Sonntag auslösten.

Noch immer werden Tausende von Menschen in den zerstörten und von gewaltigen Schlamm- und Wassermassen überschwemmten Unglücksregionen vermisst. Die Vereinten Nationen warnten vor einem möglichen Ausbruch von Seuchen. Jan Egeland, Vizegeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten der Vereinten Nationen, sagte dem US- Nachrichtensender CNN, es könne zum Ausbruch von Epidemien kommen, falls die Gesundheitsbehörden der betroffenen Länder nicht bereits in den kommenden Tagen mit den Gefahren fertig werden könnten. Dies könne die schlimmste Naturkatastrophe der jüngsten Geschichte werden, weil sie so viele dicht besiedelte Küstengebiete betreffe, sagte er.

Das Auswärtige Amt in Berlin geht auch von toten Deutschen in den Katastrophengebieten aus. „Angesichts der Lage ist damit zu rechnen, dass auch Deutsche unter den Opfern sind“, sagte ein Sprecher des Auswärtiges Amtes am Montagmorgen in Berlin. Im Lauf des Tages sei mit konkreteren Angaben zu rechnen. Es gebe eine große Zahl von Hinweisen aus der Region. Es fehlten aber bestätigte Informationen. Das Auswärtige Amt hat einen Krisenstab eingerichtet und eine Hotline (030-5000-1000) geschaltet. Auf der thailändischen Urlaubsinsel Phuket kamen mindestens drei Österreicher ums Leben, betätigte der österreichische Konsul, Edwin Ferrer. Unter deutschen Touristen, die am Montagmorgen aus Thailand nach Frankfurt zurückkehrten, waren nach Berichten eines Passagiers auch einige Verletzte.

Die Vereinten Nationen warnten vor einem möglichen Ausbruch von Seuchen in den Katastrophengebieten. Aus der schwer betroffenen indonesischen Provinz Aceh berichteten Reporter von Dutzenden von Leichen entlang der Straßen. Rettungskräfte in Aceh bargen Opfer unter Trümmern. Augenzeugen sahen Leichen, die auf Bäumen und zwischen Felsen hängen. Strom- und Kommunikationsverbindungen sind weiter unterbrochen.

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