Auch in den kommenden Jahren ausreichend Fachkräfte
Indiens Anziehungskraft steigt besonders stark

Nachgefragt mit Paul A. Laudicina, Vice President von A.T. Kearney und Managing Director des Global Business Policy Council, das CEOs von Großkonzernen strategisch berät.

HB: Wie sind die Aussichten auf eine Trendwende bei den weltweit seit drei Jahren rückläufigen ausländischen Direktinvestitionen (FDI)?

Laudicina: Wir rechnen in diesem Jahr mit einem deutlichen Anziehen. Investoren kommen aus ihren Lö-chern, machen tabula rasa und überdenken fundamental, wie sie global aufgestellt sind. Neben der Suche nach Wachstumsmärkten dominiert dabei die Sicherheit weltweiter Lieferketten vor Gefahren wie Terrorismus, Sars oder Vogelgrippe. Einen Paradigmenwechsel ähnlicher Größenordnung hat es zuletzt im Zuge der Ölkrise gegeben.

HB: Steigt dabei das Interesse an Indien?

Laudicina: Das Interesse an fast allen allen asiatischen Ländern nimmt deutlich zu, während Osteuropa und Länder wie Brasilien oder Mexiko zurückfallen. Aber Indiens Anziehungskraft steigt besonders stark.

HB: Woran liegt das?

Laudicina: Hauptsächlich an der Zahl und der Qualität seiner Fachkräfte und der Rechtssicherheit. Die weltweite FDI-Dynamik dreht sich zu Indiens Gunsten. Vor zehn Jahren flossen zwei Drittel aller Direktinvestitionen in Produktionsstätten. Heute gehen zwei Drittel in Dienstleistungen. Indiens größte Vorteile liegen im Offshoring. Als Absatzmarkt und Exportstandort hat das Land weniger zu bieten als China. Investoren erwarten, dass es in diesen Punkten erst in zehn Jahren auf-schließt. Aber wer die erste China-Welle verpasst hat fragt sich, ob er sich nicht rechtzeitig in Indien posi-tionieren sollte, weil dies die zweite große Welle wird.

HB: Hinken Kontinentaleuropäer bei der Jagd nach Investitionschancen in Indien hinter Wettbewerbern zurück?

Laudicina: Amerikaner, Briten, Japaner und Südkoreaner haben derzeit vielleicht die Nase vorn. Aber gerade die Deutschen haben Indien genau im Blick. Unseren Umfragen nach ist das Land für sie zum zweitattraktivsten FDI-Ziel nach China geworden, nicht nur für Offshoring. Es rangiert noch vor den USA, Polen, Russland, Tschechien und Ungarn.

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