Auch irakisches Öl-Ministerium attackiert
Bagdad: Journalisten-Hotel unter Beschuss

Mit insgesamt zehn Raketen haben Aufständische am Freitag das irakische Erdölministerium und zwei internationale Hotels in Bagdad beschossen. Im Hotel „Palestine“, in dem zahlreiche ausländische Journalisten und Vertragspartner der US-geführten Besatzungsverwaltung untergebracht sind, wurde nach Angaben eines US-Offiziers ein Hotelgast verletzt.

HB BAGDAD. Im unmittelbar benachbarten Hotel „Sheraton“ und im Erdölministerium, das im Westen von Bagdad liegt, kam niemand zu Schaden. Beide Hotels wurden von je einer Rakete jeweils im 16. Stockwerk getroffen. An den Gebäuden entstand leichter Sachschaden.

Im Erdölministerium, in dem zu dieser Zeit wegen des islamischen Wochenfeiertags am Freitag niemand tätig war, schlugen acht Raketen im 5. Stockwerk ein. Die Explosion löste einen Brand aus, der jedoch bald gelöscht werden konnte. Nach Angaben des arabischen TV-Senders El Dschasira entdeckte die irakische Polizei außerdem Raketen und eine Abschussvorrichtung in der Nähe der italienischen Botschaft in Bagdad.

Die zu den Anschlägen verwendeten Raketen seien von einer selbst gebauten Abschussvorrichtung abgefeuert worden, die auf einem Eselskarren versteckt war, sagte der amerikanische Offizier. Normalerweise werden solche Karren von Propangas-Händlern benutzt. Die Abschussvorrichtung ähnelte nach Worten des Obersten derjenigen, die beim Beschuss des Hotels „Raschid“ am 26. Oktober verwendet wurde. Dabei war ein US-Offizier getötet worden. Der damals im „Raschid“ wohnende US-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz war dem Anschlag unverletzt entgangen.

Nach Angaben des US-Militärs sind die Aufständischen, die für den Raketenangriff auf das Hotel „Raschid“ verantwortlich waren, gefasst worden. Die „Zelle 636“ sei von US-Ermittlern vollständig zerschlagen worden, sagte ein US-Kommandeur am Donnerstag in Bagdad.

Das Hotel „Palestine“ war schon einmal beschossen worden. Am 8. April, einen Tag vor dem Fall Bagdads, hatte ein US-Panzer das Hotel mit einer Granate beschossen. Zwei Journalisten kamen dabei ums Leben. Die Panzerbesatzung hatte die auf den Balkonen filmenden Kameramänner irrtümlich für irakische Artilleriebeobachter gehalten.

Das Außenministerium in Seoul teilte mit, in einem der betroffenen Hotels hätten sich zum Zeitpunkt des Anschlags auch Mitglieder einer zehnköpfigen Delegation des südkoreanischen Parlaments befunden. Es habe jedoch keine Verletzten unter den Koreanern gegeben. Die Parlamentsdelegation hält sich zu einer zehntätigen Erkundungsmission im Irak auf. Die südkoreanische Regierung will auf Bitten der USA weitere Soldaten im Irak stationieren. Derzeit sind dort 700 südkoreanische Pionier- und Sanitätssoldaten im Einsatz.

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