Auch Senator der Opposition in Verdacht
Vertrauter von Ex-Präsident Estrada nach Meuterei in Haft

Nach dem Ende einer Meuterei von fast 300 Soldaten in der philippinischen Hauptstadt Manila ist am Montag ein Vertrauter des ehemaligen Präsidenten Joseph Estrada festgenommen worden. Im Haus von Ramon Cardenas waren nach Behördenangaben Insignien und Hilfsmittel der Meuterer sichergestellt worden. Jetzt werde überprüft, ob Cardenas als Mitverschwörer in Betracht komme.

HB/dpa MANILA. In seinem Haus im Geschäftsviertel Makati, in dem sich Soldaten rund 19 Stunden verschanzt hatten, waren Rucksäcke, Armbänder, Telefonkarten für Handys, Erste-Hilfe-Koffer und Banner der Abtrünnigen gefunden worden.

In die Meuterei soll auch der oppositionelle Senator Gregorio Hanasan verwickelt gewesen sein. Als Heeresoberst hatte er in den 80er Jahren mehrere Staatsstreiche versucht. Die Rebellen, die den Rücktritt von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo gefordert hatten, gaben nach Verhandlungen mit einem Regierungsvertreter auf. Sie sollen vor ein Militärgericht gestellt werden. Der Ex-Schauspieler Estrada war im Januar 2001 in einem unblutigen Volksaufstand gestürzt worden. Unmittelbar danach hatte die damalige Vizepräsidentin Arroyo das höchste Staatsamt übernommen.

296 Soldaten, darunter 70 Offiziersanwärter, kehrten am Sonntagabend in ihr Militärlager zurück. Laut Augenzeugen trugen einige von ihnen noch ihre Waffen. Zuvor hatten sie die Sprengladungen in dem von ihnen verminten Gebäudekomplex entfernt.

Der frühere Generalstabschef Roy Cimatu, der die Verhandlungen mit den Aufständischen geführt hatte, sagte, die Meuterer hätten sich bereit erklärt, „die Konsequenzen ihrer Aktion auf sich zu nehmen“. Sie hätten keine Vorzugsbehandlung verlangt.

Die meuternden Militärs hatten am frühen Sonntagmorgen das Geschäftszentrum mit einer Einkaufspassage und Hotels in ihre Hand gebracht. In einem Hotel wurden mehr als 300 Gäste und Angestellte, darunter mehrere Ausländer, von der Aktion überrascht. Darunter war auch die australische Botschafterin. Sie wurden später freigelassen.

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