Auch ultraorthodoxe Partei eingeladen
Scharon will mit Arbeitspartei verhandeln

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon will am Sonntag Koalitionsverhandlungen mit der oppositionellen Arbeitspartei und auch der ultra-orthodoxen Vereinigten Tora-Partei aufnehmen. Dies berichteten israelische Medien am Mittwoch.

HB TEL AVIV/RAMALLAH. Beobachtern zufolge will er damit Kritikern in seiner eigenen Partei entgegenkommen, die eine Große Koalition ablehnen. Der Ministerpräsident braucht neue Partner, um mit eigener Mehrheit die Räumung des Gazastreifens durchsetzen zu können. Scharons Likud und die Arbeitspartei wollen von Sonntag an über ein Bündnis verhandeln. Unterdessen erklärte die palästinensische Autonomiebehörde am Mittwoch den UN-Nahostgesandten Terje Roed-Larsen zur unerwünschten Person. Larsen hatte am Vortag Palästinenserpräsident Jassir Arafat kritisiert.

Larsen sei in den Palästinensergebieten nicht mehr willkommen, sagte Arafats Berater Nabil Abu Rudeineh in Ramallah. In ungewöhnlich scharfen Worten nannte Rudeineh die Äußerungen des UN-Vertreters im Nahen Osten „wertlos“, weil er selbst eine „wertlose Person“ sei. Roed-Larsen hatte Arafat am Dienstag vor dem UN-Sicherheitsrat scharf kritisiert und ihm politisches Versagen vorgeworfen. In den Palästinensergebieten herrsche das Chaos, und dem Präsidenten mangele es an Reformwillen. Die Autonomiebehörde stehe vor dem Zusammenbruch. Dies könne nicht nur den Militäraktionen Israels zur Last gelegt werden. Abu Rudeineh wies die Kritik als unausgewogen zurück.

UN-Generalsekretär Kofi Annan erklärte, Roed-Larsen habe als sein persönlicher Vertreter bei der palästinensischen Autonomiebehörde auch für ihn (Annan) gesprochen. Er stehe voll hinter dem Diplomaten und spreche ihm sein Vertrauen aus.

Im Gazastreifen geriet am Mittwoch ein Hilfskonvoi der Vereinten Nationen mit Lebensmitteln nach UN-Angaben unter israelisches Feuer. Der Konvoi mit 16 Lastwagen fuhr nach UN-Angaben in dem Ort Bet Chanun an einem israelischen Fahrzeug vorbei. Dort „erschien es, dass aus dem Panzerfahrzeug in die Richtung des Konvois geschossen wurde“. Das Hilfsteam habe in einem Haus Schutz suchen müssen. Niemand sei verletzt worden. Aus israelischen Militärkreisen hieß es dagegen, die Soldaten hätten palästinensisches Feuer erwidert, jedoch zu keinem Zeitpunkt direkt auf die UN-Mitarbeiter geschossen.

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