Auch Urlauber betroffen
Massenproteste in Thailand weiten sich aus

Jetzt trifft es auch die Touristen: Im Zuge der Proteste gegen die Thailändische Regierung sind seit Freitag auch zwei wichtige internationale Flughäfen geschlossen. Tausende Urlauber können zurzeit nicht in ihre Heimat zurückkehren.

HB BANGKOK Die anhaltende Protestbewegung legt zunehmend das öffentliche Leben in Thailand lahm. Die internationalen Flughäfen in den Touristenzentren Phuket und Krabi blieben am Samstag den zweiten Tag in Folge geschlossen. Außerdem kam der Zugverkehr weitgehend zum Erliegen. Ministerpräsident Samak Sundaravej eilte in die südliche Stadt Hua Hin zu einem Krisentreffen mit König Bhumibol Adulyadej.

Derweil blieb der Amtssitz des Regierungschefs den fünften Tag in Folge von Demonstranten besetzt. "Der Protest hat sich zu einer Volksrevolution entwickelt", sagte einer der Organisatoren, Sondhi Limthongkul, der Nachrichtenagentur AP. "Ich bin überzeugt, dass Samak zurücktreten wird."

Der einflussreiche Armeechef Anupong Paochinda lehnte am Freitag die Aufforderung Samaks ab, einen Ausnahmezustand auszurufen, wie aus Kreisen der Militärführung verlautete. Der General hat zugesichert, dass die Armee nicht in den Konflikt eingreifen wird. Die Führer der konservativen Protestbewegung um die Volksallianz für Demokratie (PDA) unterstützen den Militärputsch von 2006, bei dem der damalige Regierungschef Thaksin Shinawatra gestürzt wurde. Dem im Dezember 2007 gewählten Ministerpräsidenten Samak wirft die Protestbewegung vor, von Thaksin gesteuert zu werden.

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok belagerten am fünften Tag in Folge rund 15 000 Anhänger der königstreuen Volksallianz für Demokratie (PAD) Regierungsgebäude. Dutzende Demonstranten brachen mit Bolzenschneidern in das verlassene Büro von Samak ein. Die Demonstranten fordern den Rücktritt Samaks, den sie für eine "Marionette" des vor zwei Jahren in einem unblutigen Militärputsch abgesetzten Vorgängers Thaksin Shinawatra halten. König Bhumibol, der eine größtenteils repräsentative Funktion wahrnimmt, hat sich noch nicht öffentlich zu den Protesten geäußert.

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