Auch US-Technologien gelangen ins Reich der Mitte
Chinas Rüstungsmarkt ist gut bestückt

Der asiatische Rüstungsmarkt ist derzeit einer der heißesten der Welt – und das nicht nur wegen der Diskussion um das Waffenembargo gegen China. Nach einer Studie des Asia-Pacific Center for Security Studies (APCS) haben die Länder der Region zwischen 1990 und 2002 insgesamt 150 Mrd. Dollar für militärische Güter ausgegeben.

BERLIN. Der Markt wuchs in der vergangenen Dekade real um fast ein Drittel. Dieser Trend setzt sich fort und weckt Begehrlichkeiten bei den Rüstungskonzernen der Welt. Allein Taiwan hat in den neunziger Jahren Waffensysteme für 26 Mrd. Dollar gekauft – fast exklusiv aus den USA.

Doch am großen Bruder auf dem Festland scheiden sich die Geister: verlässlicher Partner oder Sicherheitsrisiko für die Region? Verheißungsvoller Markt für die Industrie oder möglicher großer Konkurrent in der Zukunft? Peking jedenfalls hat nach Berechnungen des APCS seine Militärausgaben zwischen 1997 und 2003 um 140 Prozent erhöht und bestellt hauptsächlich in Russland und Israel. Im Jahr 2003 stieg China sogar zum größten Waffenimporteur der Welt auf.

Nicht konventionelle Waffenlieferungen bereiten Sicherheitsexperten das meiste Kopfzerbrechen, sondern so genannte Dual-Use-Güter, elektronisches High-Tech, das chinesische Waffensysteme intelligenter macht. „Die Amerikaner haben doch vor allem Angst, dass die Chinesen bald ihre GPS-Signale stören können“, sagt Daniel Kiohane vom Center for European Reform.

Richtig ist zwar, dass die EU-Länder trotz Waffenembargo seit 1989 weitaus mehr militärisches Material als die USA geliefert haben – im Jahr 2003 nach EU-Angaben im Wert von 416 Mill. Euro und damit doppelt so viel wie im Vorjahr. Nach dem EU-Bericht stammen die meisten Lieferungen aus Frankreich und Italien, darunter auch Produkte, die unter die Kategorie Rüstungselektronik fallen sowie Teile für Bomben und Raketen.

Doch längst findet sich auch militärisch nutzbare US-Technologie im Reich der Mitte. Seit 1989 haben die USA nach einem Bericht des General Accounting Office (GAO) bis 1998 militärische Güter im Wert von über 300 Mill. Dollar nach China geliefert. Das Gros der Geschäfte waren Satelliten und Verschlüsselungs-Technologien.

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