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Ein Jahr Haft im ersten Folter-Prozess

Der US-Soldat Jeremy Sivits ist vor einem US-Kriegsgericht in Bagdad laut Medienberichten für schuldig befunden worden, sich an der Misshandlung irakischer Gefangener beteiligt zu haben.
In diesem Raum in Bagdad tagte heute das US-Militärgericht zu den Foltervorwürfen gegen mehrere US-Soldaten. Foto: dpa

In diesem Raum in Bagdad tagte heute das US-Militärgericht zu den Foltervorwürfen gegen mehrere US-Soldaten. Foto: dpa

HB BAGDAD. Mit einem Jahr Haft hat das Gericht die Höchststrafe verhängt. Der angeklagte US-Militärpolizist Jeremy Sivits werde zudem aus der Armee entlassen, urteilte das Gericht in Bagdad.

Sivits wird vorgeworfen, sich an Misshandlungen beteiligt und die Häftlinge nicht geschützt zu haben. Er soll Fotos von nackten und misshandelten Gefangenen gemacht haben, deren Veröffentlichung den Folterskandal Ende April weltweit bekannt machte.

Sivits schilderte teilweise den Tränen nahe, wie sieben nackte Häftlinge im Gefängnis Abu Ghraib getreten und zu einer menschlichen Pyramide aufgetürmt wurden. „Ich hörte, wie Hauptmann Graner die Häftlinge auf Arabisch anschrie“, sagte Sivits vor dem Militärrichter, Oberst James Pohl. „Sie lagen dort auf dem Boden, mit Säcken über dem Kopf.“ Feldwebel Javal Davis und die Soldatin Lynndie England „trampelten auf ihren Zehen und Händen“. Charles Graner habe einem Gefangenen mit der Faust gegen den Kopf geschlagen, sagte Sivits. Dann habe der Hauptmann darüber geklagt, dass seine Hand weh tue.

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