Auf dem Business Summit des Weltwirtschaftsforums in Peking prallen die Interessen aufeinander
USA fordern China zu Zinserhöhung auf

Die USA bezweifeln, dass es China rechtzeitig gelingt, den Wirtschaftsboom sanft zu bremsen und so eine harte Landung zu verhindern. „Ich habe meine Zweifel, dass China die Konjunktur wirklich im Griff hat,“ sagte Kristin Forbes, Wirtschaftsberaterin von US-Präsident George W. Bush, am Sonntag auf dem „China Business Summit“ in Peking.

PEKING. Die Zukunft von Chinas Wirtschaft ist das Kernthema des vom Weltwirtschaftsforum organisierten Treffens. Den USA ist die Konkurrenz aus China ein Dorn im Auge. Die Verlagerung amerikanischer Arbeitsplätze nach Fernost (siehe Samuelson: Freihandel schafft nicht nur Gewinner“) ist ein Thema des Wahlkampfs in den USA.

Noch schwelgt Chinas Regierung in Selbstzufriedenheit. „Die Investitionen sind unter Kontrolle, die makroökonomischen Bremsmanöver wirken“, sagte Vizepremier Zeng Peiyan. Peking sieht offenbar keine Veranlassung, stärker auf die Konjunkturbremse zu treten. Forderungen nach einer Zinserhöhung wich Zentralbankchef Zhou Xiaochuan bisher beharrlich aus. Zuletzt hatte China 1996 an der Zinsschraube ge- dreht. Bisher hat die chinesische Regierung versucht, das Wachstum durch Kreditrestriktionen und die Streichung von Investitionsprojekten zu dämpfen. Im zweiten Quartal stieg die Wirtschaftsleistung aber trotzdem um 9,6 Prozent gegenüber dem ersten Vierteljahr. Zwischen Januar und März war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 9,8 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr legte das Wachstum gegenüber 2002 um 9,1 Prozent zu. Das offizielle Ziel der chinesischen Konjunkturpolitiker ist, im Durchschnitt dieses Jahres bei 7 bis 8 Prozent Wachstum zu landen.

Während die Zentralregierung auf die Bremse tritt, wird in Chinas Provinzen unermüdlich Geld in neue Projekte gepumpt. In der Folge stieg die Industrieproduktion im August um 15,9 Prozent gegenüber Juli. Und der Boom bei den Investitionen geht bislang ungebremst weiter.

Der Staat versuchte dagegen zu halten und strich einige kostenintensive Vorhaben für Olympia 2008 – bisher ohne Erfolg. Laut Zhang Liqun vom Forschungszentrum des Staatsrats verlieren die Abkühlungsbemühungen der Regierung sogar an Wirkung.

Zumal die Zinsen unterhalb der Inflationsrate liegen. Das reizt viele Unternehmen, sich mit billigem Kapital einzudecken. „So wird es äußerst schwer, Wachstum und Investitionen in China zu zügeln“, warnt Forbes und fordert, China solle die Zinsen heraufsetzen. China, das beharrlich den Status einer Marktwirtschaft für sich reklamiert, müsse die marktwirtschaftlichen Grundlektionen lernen.

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