Auf dem Maidan

Neue Kämpfe statt Waffenstillstand in Kiew

Präsident Janukowitsch und die Opposition haben sich auf einen Waffenstillstand geeinigt. Doch die Kämpfe sind erneut aufgeflammt, offenbar mit zahlreichen Toten. Außenminister Steinmeier ist in Kiew eingetroffen.
Update: 20.02.2014 - 09:56 Uhr 10 Kommentare
Dicke Rauchwolken ziehen über den Maidan, die Proteste gehen weiter – der Waffenstillstand hat nicht lange gehalten. Quelle: dpa

Dicke Rauchwolken ziehen über den Maidan, die Proteste gehen weiter – der Waffenstillstand hat nicht lange gehalten.

(Foto: dpa)

Kiew/Paris/BrüsselNach der überraschenden Verständigung auf eine Waffenruhe sollen die Krisengespräche zwischen dem ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und der Opposition am Donnerstag fortgesetzt werden. Das sagte der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass. Nach der jüngsten Entwicklung stehe ein Sturm von Sicherheitskräften auf den zentralen Unabhängigkeitsplatz (Maidan) derzeit nicht zur Debatte, erklärten die Oppositionsführer Arseni Jazenjuk und Vitali Klitschko nach einem Treffen mit Präsident Viktor Janukowitsch. Zudem sei vereinbart worden, Verhandlungen über ein Ende der Krise zu beginnen, hieß es auf der Internetseite der Präsidialkanzlei.

Dennoch ist der Lage weiter angespannt: Trotz eines vereinbarten Gewaltverzichts in Kiew lieferten sich Polizei und Demonstranten neue Auseinandersetzungen. Protestierer warfen auch Feuerwerkskörper und Brandsätze auf die Sicherheitskräfte, die Tränengas abfeuerten. Schwarze Rauchwolken von brennenden Reifen stiegen in den Himmel. Nach Oppositionsangaben sind wieder Menschen ums Leben gekommen. Nach offiziellen Angaben liegt die Zahl der Toten nach den brutalen Straßenschlachten der vergangenen Tage bei 28. Wohl mehr als 1000 Menschen wurden verletzt.

An diesem Donnerstagmorgen ist auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in die Ukraine gereist, um mit Staatspräsident Viktor Janukowitsch zu sprechen. Noch ist unklar, ob es dazu kommt. Zudem standen Treffen mit der Opposition um Vitali Klitschko und Arsenij Jazenjuk auf dem Programm. Begleitet wurde Steinmeier von seinen Kollegen aus Polen und Frankreich: „Dass ich mit Radek Sikorski und Laurent Fabius im Weimarer Dreieck in engster Abstimmung mit (der EU-Außenbeauftragten) Cathy Ashton nach Kiew reise, ist ein starkes Zeichen einer gemeinsamen Haltung Europas. Ob es uns gelingen kann, Schlimmeres zu verhindern, können wir nicht wissen. Aber den Versuch zu unternehmen, ist für mich Teil unserer europäischen Verantwortung“, sagte Steinmeier vor dem Abflug.

„Wir wollen in Kiew mit Präsident Janukowitsch und den Vertretern der Opposition sprechen, um darauf zu drängen, jetzt beiderseits eine Atempause einzulegen und die Gewalt herunterzufahren. Und wir wollen helfen, wieder einen Weg in Verhandlungen über eine politische Konfliktlösung zu finden. Eine Lösung kann nur zwischen den Konfliktparteien in Kiew erfolgen.“

„Finanzielle Sanktionen und Visabeschränkungen“
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10 Kommentare zu "Auf dem Maidan: Neue Kämpfe statt Waffenstillstand in Kiew"

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  • @ Fob
    Sehr nett, dass Sie auf meinen Kommentar geantwortet haben.
    Da ihr Schreibstil nicht ganz dem Erwarteten entspricht, bin ich gerne bereit Ihnen für zukünftige Antworten zu helfen und habe mir erlaubt die Stellen entsprechend zu korrigieren:

    Zitat : Die Demokratie wirft nicht mit Steinen

    - wer hat denn Steine geworfen ? Wovon labern reden Sie hier ?
    Das hört sich doch schon viel feiner an und zeugt von einer guten Kinderstube.

    Wer hat zuerst angegriffen ?
    In meinem Kommentar habe ich nirgends weder pro noch Contra einen Angreifer bzw. Schuldigen tituliert.

    Sind die gefallenen Polizisten KEINE Menschen ?
    Ich weiß ja nicht was Sie während dem lesen von Kommentaren noch so alles tun aber trotz dem wiederholten lesen meines eigenen Kommentares kann ich auch zu dieser Stellungnahme Ihrerseits nichts finden worauf Ihre Antwort basieren könnte. (kann es sein, dass da ein paar Pferdchen mit Ihnen durchgegangen sind?

    Nehmen Sie ihr Mundwerk mit Worten wie "Demokratie", die Sie erst gar nicht einordnen können, nicht zu voll ?
    Hier musste ich leider die ganze Anfrage streichen, da die Beurteilung, ob ich die Einordnung von Demokratie im Wesentlichen wie auch nur auf die Ukraine bezogen, in der Lage bin einzuordnen, ich nicht selbst geben möchte, aber auch eben Ihnen dazu wohl das Verständnis fehlen könnte, da wir uns, davon gehe ich jetzt einmal aus, nicht kennen. Eine nettere Formulierung wäre aber auch dort für zukünftige Kommentarbewertungen empfehlenswert.
    Allerdings was Demokratie bedeutet ist über Wikipedia gut verständlich erklärt. Hier der Link dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie

  • >>In mindestens vier westukrainischen Städten erstürmten radikale Regierungsgegner weitere Verwaltungsgebäude. Die nationalistisch geprägte Gegend nahe der Grenze zu Polen gilt als Hochburg der radikalen Opposition.<<

    Der „Rechte Sektor“, eine Kampfeinheit auf dem Maidan, will die ukrainischen Oligarchen auf ihre Seite bringen

    Aus Polen gibt es Unterstützung für die Opposition in Kiew. So wird der Kulturpalast in Warschau ab heute in den ukrainischen Nationalfarben erleuchtet, wie die Warschauer Bürgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz auf Facebook mitteilt

    Aus dem ukrainischen Innenministerium gibt es jetzt die Bestätigung: Demonstranten haben in Kiew 67 Polizisten als Geiseln genommen.

    Es sind diese radikalen Gruppierungen, die den Waffenstillstand unterlaufen haben, die inzwischen bewaffnet sind und das ganze eskalieren lassen.
    Wer hat diesen die Waffen in die Hand gegeben?

    Und so spitzt sich der Konflikt auf dem Maidan in Kiew weiter zu. Der ukrainische Innenminister Vitali Sachartschenko sagte, die Einsatzkräfte hätten Schusswaffen für den "Anti-Terror-Einsatz" bekommen. Damit dürfe scharf geschossen werden.

    Der russische Kremlchef Wladimir Putin schickt auf Bitte des ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch einen Vermittler nach Kiew. Der scheidende Menschenrechtsbeauftragte Wladimir Lukin solle an Gesprächen zwischen Führung und Opposition teilnehmen, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow nach Angaben russischer Agenturen.


    (mit Teilen aus dem Spiegel Ticker)

  • Es hätte niemals von der EU die Lobhudelei mit der Ukraine geben dürfen und die Zuage einer evtl. Mitgliedschaft.
    Die Ukraine ist russ. Territorium und wir haben dort nichts zu suche.
    Wann kapiert das eigentlich diese durchgeknallte Merkel endlich und Steinmeier, dr ja auh so gerne wider Krieg möchte.
    Man kann Handel betreiben und gut ist es.
    Deuschland wird wieder großkotzig. Das hat uns schon einmal ins Elend geführt.
    Der Frieden wird nicht mehr geachtet.
    Und untersuchen müßte auch die Presse mal, inwieweit Klitschko mit Schuld an diesen Kawallen trägt.
    Da will ein abgehalfterter Boxer plötzlich Politiker spielen, lebt aber seit Jahrzehnten in Deutchland, kennt die Ukrine also gar nicht mehr richtig und mischt sich dort ein.
    Und macht sich dann mal selbst zum Oppositionsführer.

  • willy
    haargenau so ist.
    Besser konnte man es nicht sagen. Danke

  • Jede Revolution hat ihre Eigendynamik. Dass die politische Entwicklung in der Ukraine inzwischen revolutionäre Züge angenommen hat, wird wohl niemand bezweifeln, der sich mit den Revolutionen der Weltgeschichte beschäftigt hat.

    Steinmeier täuscht sich, wenn er glaubt, dass in einem Stadium einer Entwicklung, wo es um die "Wurst" geht noch mit Apellen von außen, hinter der keine wirkliche Substanz steht, sondern nur "Gerede", maßgeblich Einfluss genommen werden kann.

    Es geht hier tatsächlich um die "Wurst" im geopolitischen Sinn des Spannungsbogen Russland/Ukraine/EU. Die "Wurst" ist die Ukraine mit ihren beiden Enden, Westukraine, die den Anschluss an die EU will und Ostukraine, die in Richtung eurasische Union/Russland tendiert.

  • Diese Eskalation war vorhersehbar! Große Mitschuld trägt die undemokratische EU, die sich in die inneren Angelegenheiten der Ukraine einmischt, wozu sie nicht legitimiert ist und keinesfalls den Bürgerwillen berücksichtigt. Fakt bleibt, dass die ukrainische Regierung demokratisch von der Mehrheit des Volkes gewählt wurde. Man stelle sich vor, die deutsche Regierung, die in schweren Affären erschüttert ist, würde jetzt vom Volk unter Einflussnahme Russlands weggejagd!?

  • @ R.Harter

    Zitat : Die Demokratie wirft nicht mit Steinen

    - wer hat denn Steine geworfen ? Wovon labern Sie hier ?

    Wer hat zuerst angegriffen ?

    Sind die gefallenen Polizisten KEINE Menschen ?

    Nehmen Sie ihr Mundwerk mit Worten wie "Demokratie", die Sie erst gar nicht einordnen können, nicht zu voll ?

  • Zitat : Neue Kämpfe statt Waffenstillstand in Kiew

    Ein interessanter Artikel im SPON :

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/marina-weisband-ueber-maidan-und-protest-in-kiew-a-954479.html

    So sieht es aus, da mischt sich auch ein Ahnungsloser Populist und Überflieger Steinmaier in Sachen ein, von denen er keinen blassen Schimmer hat !

    Unglaublich, die EU-Politschmarotzer !

  • "Wessen Bevölkerung ist Präsident Janukowitsch? Präsident eines Landes, dessen Bevölkerung auf der Straße ihren Unmut offenbaren? Präsident der Bevölkerung die im Staatsdienst tätig sind? Auch Präsident der Polizei, die für Recht und Ordnung sorgt? Die Ordnung scheint nicht mehr gegeben. Dann Welches Recht? Das Recht des Volkes? Die Demokratie wirft nicht mit Steinen. Die Demokratie schützt. Die Demokratie befiehlt nicht seinen Staatsbediensteten auf ihre Bevölkerung zu schießen. Die Anarchie darf dass aber nie die Demokratie. Wo ist der Auftrag? Wo ist das Mandat? Doch wo ist die Lösung. Sie kann nur durch das Wort gefunden werden. Dass Wort des Volkes!
    Gezeichnet: Die Demokratie

  • Wessen Vevölkerung ist Präsident Janukowitsch Präsident? eines Landes, dessen Bevölkerung auf der Strasse ihren Unmut offenbaren? Präsident der Bevölkerung die im Staatsdienst tätig sind? Auch Präsident der Polizei, die für Recht und Ordnung sorgt? Die Ordnung scheint nicht mehr gegeben. Dann Welches Recht? Das Recht des Volkes?
    Die Demokratie wirft nicht mit Steinen. Die Demokratie schützt. Die Demokratie befiehlt nicht swn Staatsbediensteten auf ihre Bevölkerung zu schießen.Die Anarchie darf dass aber nie die Demokatie. Wo ist der Auftrag? Wo ist das Mandat?Doch wo ist die Lösung`Sie kann nur durch das Wort gefunden werden.Dass Wort des Volkes!
    Die Demokratie

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