Auf Lincolns Spuren: Mr. Obama fährt nach Washington

Auf Lincolns Spuren
Mr. Obama fährt nach Washington

Mit einer historischen Zugfahrt des künftigen US-Präsidenten Barack Obama hat am Samstag ein beispielloser Veranstaltungsreigen zu seiner bevorstehenden Vereidigung begonnen. Mit der Tour von Philadelphia (Pennsylvania) in die US-Hauptstadt stellt Obama die historische Fahrt von Abraham Lincoln nach Washington zu dessen Amtsantritt im Jahr 1861 nach.

HB WASHINGTON. Obama wird an diesem Dienstag auf den Stufen des Kapitols in Washington als erster schwarzer Präsident der amerikanischen Geschichte vereidigt. Dazu werden bis zu zwei Mio. Zuschauer erwartet.

Kurz zuvor hatte er seine Landsleute auf einen umfassenden Neuanfang eingeschworen. „Lasst uns alle unseren Teil beitragen, dieses Land zu erneuern“, sagte Obama. „Lasst uns sicherstellen, dass diese Wahl nicht das Ende des Wandels in Amerika bedeutet, sondern der Anfang ist.“ Obama rief die Amerikaner zu einer „neuen Unabhängigkeitserklärung“ auf, mit der sie sich von „Ideologie, Kleingeistigkeit, Vorurteilen und Engstirnigkeit“ lösen sollen. In Philadelphia wurde am 4. Juli 1776 die amerikanische Unabhängigkeitserklärung verabschiedet und elf Jahre später, nach dem Sieg über die Kolonialmacht England, die Verfassung beschlossen.

Drei Tage vor seiner historischen Vereidigung hat der künftige US-Präsident Barack Obama seinen Landsleuten auch ein beispielloses Volksfest zu seinem Amtsantritt versprochen. „Wir werden die offenste und zugänglichste Vereidigungsfeier in der Geschichte haben“, sagte Obama am Samstag in seiner letzten Rundfunkansprache, bevor er am Dienstag auf den Stufen des Kapitols in Washington den Amtseid ablegt. Es werden bis zu zwei Mio. Zuschauer erwartet. „Es wird ein Fest des amerikanischen Volkes“, betonte der designierte Präsident. „Wir werden die Stimme der Durchschnittsamerikaner nach Washington tragen.“

Zugleich werden die Feierlichkeiten vom größten Sicherheitsaufgebot bewacht, das die US-Hauptstadt je erlebte. Medienberichten zufolge sollen mehr als 40 000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein, darunter 7500 Soldaten, 10 000 Mitglieder der Nationalgarde und 25 000 Polizisten. „Wir müssen auf einen Einzeltäter eingestellt sein wie auch auf eine Terrororganisation“, sagte der Sprecher des Secret Service, Ed Donovan, dem US- Fernsehsender FoxNews. Die Sicherheitszone in Washingtons Innenstadt ist größer als bei jeder anderen Vereidigungsfeier zuvor.

Der Amtsantritt der neuen US-Regierung wird derweil von großen Hoffnungen der Amerikaner begleitet. In einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des Magazins „Newsweek“ sind 66 Prozent der US-Bürger optimistisch, dass sich die Dinge mit Präsident Obama zum besseren wenden werden. 71 Prozent zeigten sich zuversichtlich, dass seine Regierung der Wirtschaft zum Aufschwung verhilft.

Der künftige Präsident wird auf der ganztägigen Zugfahrt von seiner Familie, ausgewählten Bürgern und engen Mitarbeitern begleitet. In Wilmington (US-Staat Delaware) soll der künftige Vizepräsident Joe Biden zusteigen. Daneben ist noch ein Stopp in Baltimore (US-Staat Maryland). Mit der Ankunft des Zuges in Washington wird am Abend (Ortszeit) gerechnet. Für Sonntag ist ein Großkonzert am Lincoln Memorial in Washington geplant, zu dem sich unter anderem Bruce Springsteen und Stevie Wonder angesagt haben. Zu dem Ereignis werden 500 000 Menschen erwartet.

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