Auf selber Wellenlänge

Hollande und Monti fordern mehr Einsatz

Frankreichs Staatschef Hollande und Italiens Regierungschef Monti sind auf einer Wellenlänge: Europa darf nicht nur sparen, sondern muss für Wachstum sorgen, will es aus der Krise herauskommen.
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Frankreichs Präsident Francois Hollande nach einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti in Rom. Quelle: AFP

Frankreichs Präsident Francois Hollande nach einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti in Rom.

(Foto: AFP)

RomDer französische Staatspräsident François Hollande hat zur Bewältigung der Euro-Krise in Europa „Wachstum, Stabilität und Integration“ verlangt. Nach einem zweieinhalbstündigen Gespräch mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti sagte Hollande am Donnerstagabend in Rom, notwendig seien jetzt Ressourcen für eine sofortige Stimulierung der Wirtschaft.

Es gebe den Willen, auch auf dem bevorstehenden G20-Gipfel der Industrie- und Schwellenländer „das Wachstum zu unserem Ziel zu machen“, erklärte er.“ Das bedeute jedoch nicht, dass dafür die Haushaltsdisziplin zur Diskussion stehen dürfe. Außerdem brauche Europa noch Mechanismen gegen die Finanzspekulation.

Auch Monti forderte in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Hollande ein stärkeres Handeln Europas gegen die Schuldenkrise. Was bereits geleistet worden sei, sei zwar nicht wenig. Die erreichten Fortschritte zur Eindämmung der Euro-Krise reichten allerdings nicht aus, um den Euro aus der Schusslinie zu nehmen, sagte Monti. Bei dem Meinungsaustausch mit Hollande gab es nach Montis Worten eine äußerst starke Übereinstimmung der Sichtweisen. Mehr Aufmerksamkeit müsse nun auf das Wirtschaftswachstum gelegt werden, bekräftigte er.

Hollande und Monti befürworten bereits seit längerem zusätzliche Wachstumsinitiativen und die Einführung von Eurobonds, die von Berlin weiterhin abgelehnt werden. Italien ist in der Rezession und steht wieder stärker unter dem Druck der Finanzmärkte. Monti hatte klar gemacht, ganz auf ein Ankurbeln zu setzen; die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone braucht seiner Ansicht nach den Euro-Rettungsfonds nicht. Der ehemalige EU-Kommissar ist eingesetzt, das hoch verschuldete Land aus der Krise zu führen. Er hat bereits harte Sparpläne durchgesetzt.

Am Abend wurde Hollande noch von seinem italienischen Amtskollegen Giorgio Napolitano empfangen. Die beiden Treffen dienten auch der Vorbereitung eines für den 22. Juni ebenfalls in Rom geplanten Vierergipfels mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy sowie Hollande und Monti vor. Auch dabei dürfte es um mehr Wachstum vor allem in den in der Krise steckenden Ländern Südeuropas gehen.

  • dpa
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15 Kommentare zu "Auf selber Wellenlänge: Hollande und Monti fordern mehr Einsatz gegen Schuldenkrise"

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  • Liebe Südländer fangt endlich an zu arbieten, eure Steuern zu zahlen und genau so spät in Rente zu gehen wie wir, dann hab ihr auch keine Probleme mehr.

  • Das sind alles schöne Worte. Dem kann man zustimmen. Aber was bedeutet "Wachstumsimpulse" und "Handeln Europas" denn konkret? Italien und Frankreich setzen keine Reformen um, weil sie weh tun. Dafür läßt man Deutschland alles bezahlen. Da können die reden, was sie wollen. Am Ende muß einer den Dreck bezahlen und blechen.
    Merkel sollte mal die Forderungen an Europas Solidarität stellen und fragen, wer das noch vorhandene deutsche Haushaltsdefizit bezahlt? Wir brauchen auch Impulse, evtl. in Form barer Münze aus Frankreich?

    Tue keinem an, was du nicht willst, dass man dir antut.

    Die alten Weisheiten sind alt und doch so wahr. Müßte man denen regelmäßig um die Ohren schmettern.

  • "Der französische Staatspräsident François Hollande hat zur Bewältigung der Euro-Krise in Europa „Wachstum, Stabilität und Integration“ verlangt. Nach einem zweieinhalbstündigen Gespräch mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti sagte Hollande am Donnerstagabend in Rom, notwendig seien jetzt Ressourcen für eine sofortige Stimulierung der Wirtschaft."

    Sehr schön, aber das erreicht man durch solide Staatsfinanzen, eine nachhaltige Sozialpolitik (Stichwort Demographie), gute Infrastruktur und Bildung und nicht mal eben mit dem schnellen Griff in anderer Leute Taschen.

    "Den Kopf in den Wolken, bis zu den Knien in der eigenen Scheixxe und beide Hände in anderer Leute Taschen", so kenn ich meine Pappnasen.

  • Jede Vergemeinschaftung von Schulden und jede gemeinsame Haftung wird die fahrlässigen Schuldner noch mehr herausfordern, auf Kosten anderer weitere Kredite aufzunehmen. Das sind Grundzüge der menschlichen Natur, die niemand ändern wird.

  • Die Ratingagentur Egan-Jones hat die Bonität von Frankreich am Donnerstag um eine Stufe gesenkt. Die Agentur reduzierte Frankreich von der Note "A-" auf "BBB".

    Als Grund nannte Egan-Jones das verschlechterte wirtschaftliche Umfeld in der Eurozone, berichtet MarketWatch. Die Gefahr, dass die französische Regierung die landeseigenen Banken retten muss, werde größer.

    Frankreichs Präsident Francois Hollande fordert derzeit gemeinschaftliche Anleihen in der Eurozone, was die deutsche Bundesregierung kritisch sieht.

    Gestern hatte die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit von Zypern und Spanien gesenkt.

  • Zitat:"Das wuerde Deutschland schwaechen und damit der Grande Nation noch einen weiteren Vorteil bringen."

    Der US-Autor Michael Lewis sieht in seinem Buch "Boomerang - Europas harte Ladung" den Euro als Versuch, die Vorherrschaft der Deutschen in Europa zu verhindern. Thilo Sarrazin wurde für die gleiche Aussage verdammt. Ein US-Bürger hat in Deutschland offenbar mehr Meinungsfreiheit. Zumindest ist sein Buch bisher unwidersprochen geblieben.

  • Wenn Hollande und Monti sich unbedingt an Strohfeuern wärmen möchten, sollen sie doch nationale Goldpfandbriefe ausgeben aber uns da raus halten. Wie wir in 30 Jahren verdrängen von Problemen mit Schulden und Gelddrucken gelernt haben, friert man nach verlöschen der Strohfeuer nur noch mehr als vorher.

    Das Problem ist der "Gesättigte Kapiatlismus". Solange man keine fundamentale Innovation findet, um dieser Tatsache gerecht zu werden, ist alles nur kalter Kaffee. Der Planet und seine Bewohner können jedenfalls noch mehr vom "Alten Wachstum" nicht mehr er- und vertragen und werden mit den alten Mitteln nur noch schneller vom Blues in Depression und Burn Out rutschen.

  • Von dem bis jetzt rausgeschmissenem Geld hätten wir besser Windkraftanlagen in die Landschaft stellen sollen.

  • Die Brüssel-Mafia liebt das Internet, weil die Verdummung vom Michel selbst übernommen wird.

  • Schmarotzerduo ! Warum muss ich mir so einen Mist eigentlich noch ansehen. So habe ich mir Europa nicht vorgestellt. Klartext: Deutschland soll unsere Schulden garantieren damit wir so weiter machen koennen. Das wuerde Deutschland schwaechen und damit der Grande Nation noch einen weiteren Vorteil bringen. Ganz klar unsolidarisch und daher ohne Diskussion abzulehnen.

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