Aufbauarbeit in Südafghanistan
Niederlande bitten Deutschland um Hilfe

Die umkämpfte südafghanische Provinz Urusgan ist eine der unterentwickeltsten Regionen in einem der ärmsten Länder der Welt. Die Menschen hier haben bislang wenig vom Afghanistan-Engagement der Weltgemeinschaft profitiert. Die Niederländer, die in der Internationalen Schutztruppe Isaf das Kommando für Urusgan haben, wollen das nun ändern - mit deutscher Hilfe.

HB BERLIN. Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) wird ihre Aufbauarbeit in Afghanistan in den kommenden Monaten möglicherweise auf die umkämpfte südafghanische Provinz Urusgan ausdehnen. Eine entsprechende Anfrage sei von niederländischer Seite gestellt worden und werde derzeit geprüft, sagte Entwicklungsministeriums-Sprecher Markus Weidling am Montag in Berlin. Die Zusammenarbeit soll nach Wünschen der Niederländer im Sommer beginnen.

Details der gewünschten Kooperation nannte Weidling nicht. Die Anfrage umfasse allerdings Projekte der ländlichen Entwicklung, zu der auch Straßenbau gehöre. Derzeit werde deshalb auch geprüft, welche Form der Zusammenarbeit überhaupt realistisch sei. Die Anfrage wurde an den kommerziellen Dienstleistungsbereich der GTZ (GTZ- International Services) gerichtet.

Falls es eine positive Entscheidung gibt, bedeute dies aber nicht automatisch, dass deutsche Mitarbeiter in die Region entsandt werden müssten, gab Weidling zu bedenken. Die GTZ hilft in Afghanistan unter anderem beim Aufbau der Trinkwasserversorgung sowie bei Energiegewinnung und -verteilung.

Bei einem positiven Bescheid würde Urusgan zum Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Südafghanistan, wo sich die Bundesrepublik bislang verhältnismäßig wenig engagiert. Das größte geplante Projekt ist der Bau einer etwa 40 Kilometer langen Straße von Tarin Kowt in den Ort Chora. Einer der beiden ins Auge gefassten Straßen würde durch Taliban-Gebiet führen. Die Niederlande würden die auf mindestens sechs Mill. Euro geschätzten Kosten übernehmen, die GTZ könnte das Projekt mit afghanischen Kräften verwirklichen.

Neben Infrastruktur- und Straßenbau wäre nach der Vorstellung der Niederländer ein weiterer Einsatzbereich der GTZ die ländliche Entwicklung. Damit soll Bauern eine Alternative zum weit verbreiteten Mohnanbau in Urusgan geboten werden. Die GTZ soll sich außerdem beim Aufbau staatlicher Institutionen engagieren und Expertenwissen bei Stammesfragen liefern. Sollte die Bundesregierung einem GTZ-Engagement zustimmen, würden deutsche Entwicklungsexperten außerhalb des Militärlagers in Tarin Kowt stationiert.

Der niederländische Kommandeur für Urusgan, Oberst Hans van Griensven, sagte der dpa in Tarin Kowt, eine Zusammenarbeit mit Deutschland wäre „mehr als willkommen“. Der Leiter des Sonderstabes Afghanistan im Auswärtigen Amt, Michael Koch, sei während eines Besuches in Tarin Kowt vor kurzem „sehr enthusiastisch“ gewesen.

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